Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Konzern hält an Stellenabbau fest
Nachrichten Wirtschaft Konzern hält an Stellenabbau fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:29 13.11.2019
Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig (links), Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann beim Krisengipfel in Hannover. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover/Aurich

Der Windkraftanlagenbauer Enercon hält nach einem Krisentreffen mit Politikern aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am angekündigten Abbau von bis zu 3000 Stellen fest. „Letztendlich müssen wir jetzt für uns ganz klar festhalten, dass an dem Schritt, den wir am Freitag angekündigt haben, kein Weg vorbeigeht“, sagte Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig am Mittwoch in der Staatskanzlei in Hannover. Ein wesentlicher Grund sei, dass in Deutschland in letzter Zeit kaum noch neue Windkraftanlagen errichtet worden seien. „Es bricht etwas weg, was wir nicht auffangen können.“

Mögliche Schritte der Bundesregierung zur Wiederbelebung der Windenergie könnten den Jobabbau nicht mehr verhindern. „Die Maßnahmen, die wohlwissend jetzt angepackt werden können und die kurz- und mittelfristiger Natur sind, kommen jetzt zu spät“, sagte Kettwig. „Die Messe ist gelesen.“ Die Verlagerung der Produktion von Rotorblättern ins Ausland sei ohne Alternative. Enercon hat sich bisher in hohem Maße auf den deutschen Markt konzentriert.

Weil fordert niedrigere Planungshürden

Das sieht die IG Metall anders: „Es gibt immer Alternativen zu Entlassungen“, sagte der Bezirksleiter Küste, Meinhard Geiken. Auch Sachsens-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) appellierte an die Enercon-Führung, ihre Pläne noch einmal zu überdenken. Neben 1500 Stellen in Ostfriesland will das Unternehmen in Magdeburg in der dortigen Rotorblattfertigung noch einmal die gleiche Zahl an Arbeitsplätzen streichen. „Denn wenn sie einmal weg sind, dann sind sie weg“, sagte Willingmann. Für Montag ist in Magdeburg ein zweites Krisentreffen mit der Unternehmensleitung geplant.

Um den Ausbau der Windenergie wieder in Schwung zu bringen, forderte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vom Bund eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren für neue Windräder. Insbesondere an Standorten, wo ausgediente Windanlagen durch neue ersetzt werden, müssten die Planungshürden gesenkt werden, ansonsten drohe faktisch ein Rückbau der Windenergie. Die von der Flugsicherung als nötig empfundene Blockade großer Flächen für neue Windräder müsse auf der Basis neuer Studien kritisch geprüft werden.

Niedersachsen will weniger Abstand halten

Zugleich kündigte Weil ein Abrücken Niedersachsens von der bundesweit geplanten Abstandsregelung von 1000 Metern zwischen neuen Windrädern und Wohnsiedlungen an. „Innerhalb der niedersächsischen Landesregierung sind wir uns einig, dass wir diese Abstandsregelung nicht für richtig halten. Wir wissen genau, dass das noch einmal zu einer drastischen Reduzierung der verfügbaren Flächen führen würde“, sagte Weil. „Und deswegen werden wir uns das im Rahmen der vorgesehenen Öffnungsklausel nicht zu eigen machen.“

Der Entwurf des Bundesgesetzes ermöglicht Ländern und Kommunen ein Abrücken von der Regelung. „Wir prüfen gerade sehr genau anhand unserer Potenziale, wie eine richtige Regelung für Niedersachsen ausschauen würde“, meinte Weil. Die 1000-Meter-Regelung solle für Niedersachsen jedenfalls nicht übernommen werden.

Lesen Sie dazu

Von Michael Evers

Der Autobauer Tesla will in Brandenburg eine Gigafactory bauen. Firmenchef Elon Musk zielt damit auf den europäischen Markt. Wer ist der Mann, der BMW, Volkswagen und Co. herausfordert? Ein Porträt.

13.11.2019

Alle reden vom Klimawandel und besserem Klimaschutz - doch auf der Welt wird immer mehr Energie verbraucht. Die Internationale Energieagentur stellte ihren aktuellen Energiebericht vor und hat düstere Prognosen. Um der Erde wirklich zu helfen, müsste ein nie dagewesener Umbruch stattfinden.

13.11.2019

Gerade Neulinge auf dem Aktienmarkt investieren oft in die gängigen weltweiten Indexfonds - und damit nur in Industrieländer. Privatanleger können in ihr Aktiendepot aber auch Schwellenländer einbeziehen. Doch das ist nicht ohne Risiko.

13.11.2019