Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Lösung für Kraftwerk Stöcken muss her
Nachrichten Wirtschaft Lösung für Kraftwerk Stöcken muss her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 26.05.2019
Das Gemeinschaftskraftwerk Stöcken hat als Kohlemeiler keine Zukunft mehr. Quelle: dpa
Hannover

Mit hohen Steigerungsraten bei Umsatz, Gewinn und Investitionen haben die Stadtwerke Enercity am Donnerstag eine glänzende Jahresbilanz für 2018 präsentiert. Aktuell plagen das Unternehmen jedoch auch Sorgen. Es muss schneller als geplant eine Lösung für das Gemeinschaftskraftwerk Stöcken finden, das als Kohlemeiler keine Zukunft mehr hat.

Hintergrund ist der beschlossene Kohleausstieg, der besagt, dass bis 2038 alle derartigen Kraftwerke vom Netz gegangen sein müssen. Dazu wird eine bundesweite Rangfolge erstellt. Lange waren die Stadtwerke davon ausgegangen, auf dieser Liste weit hinten zu stehen und das Kraftwerk in dieser Form noch mehr als ein Jahrzehnt betreiben zu können. Wegen der Kraftwärmekopplung, dem Fernwärmeanschluss und dem hohen Wirkungsgrad gilt Stöcken als moderner als viele andere Meiler.

Großkunden machen Druck

Der Druck kommt jetzt aus einer anderen Richtung. Der Hauptabnehmer VW Nutzfahrzeuge hat deutlich gemacht, dass er wegen der eigenen Zukunftsstrategie in absehbarer Zeit keinen Strom mehr aus fossilen Brennstoffen beziehen will. Das gilt auch für die Fahrzeugproduktion. Continental als zweiter industrieller Großkunde denkt wohl in eine ähnliche Richtung.

„Einfach vom Netz nehmen können wir Stöcken nicht, weil es für die Wärmeerzeugung gebraucht wird“, sagt Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke. Eine Umrüstung auf Gas wie im Fall des Heizkraftwerks Linden kommt nach ihren Angaben nicht infrage. Eine mögliche Variante sei es, das Kraftwerk am Kanal auf Biomasse umzurüsten. „Das Ringen um die Folgelösung hat begonnen. Wir brauchen bis Ende des Jahres eine Entscheidung“, erklärt Zapreva.

Zweistellige Zuwachsraten in allen Bereichen

Mehr Freude macht die Jahresbilanz. Enercity hat seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um gut 16 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro gesteigert. Beim Gewinn liegt die Zuwachsrate sogar bei satten 45,4 Prozent, er beträgt 112,8 Millionen Euro. Darüber freut sich auch die Stadt Hannover, denn Enercity wird seinem Hauptanteilseigner inklusive Konzessionsabgabe 102 Millionen Euro überweisen.

„Die strategische Neuausrichtung und der kundenfokussierte Marktauftritt sind nachhaltig positiv wirksam“, erklärt Zapreva. Das Unternehmen wandelt sich vom Versorger zum Dienstleister, setzt auf kundenorientierte Lösungen und auf Ökoenergie. Nach Jahren des Rückgangs hat Enercity 2018 trotz verschärften Wettbewerbs auf dem Markt zum zweiten Mal in Serie Kunden hinzugewonnen, darunter auch im Kernmarkt Hannover. Die Privatkunden dürfen sich laut Zapreva mindestens bis zum Jahresende auf stabile Preise einstellen.

500 Millionen Euro Investitionen geplant

Als Ziel für das laufende Jahr nennen Zapreva und ihr Vorstandskollege Kai-Uwe Weitz, das Ergebnis mindestens zu halten. In den kommenden Jahren will der Konzern rund 500 Millionen Euro in die urbane Energiewende investieren, also die erneuerbare Strom- und Wärmeproduktion und die Elektromobilität.Dazu gehört auch der Bau der Klärschlammverbrennungsanlage in Lahe. „Wir haben derzeit mehr Anfragen von Kunden als vorhandene Kapazitäten“, sagt Zapreva.

Kommentar: Das Feilschen geht weiter

Kodex für Marc Hansmann

Die Stadtwerke haben mit ihrem Finanzvorstand Marc Hansmann Spielregeln in Form eines Kodexes vereinbart, weil dieser für die SPD für den Posten des hannoverschen Oberbürgermeisters kandidiert. „Wir legen als Unternehmen Wert auf Neutralität und wollen nicht in den Wahlkampf hineingezogen werden“, sagt die Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva.

Die Regeln besagten im Kern, dass der Finanzvorstand nicht mehr das Unternehmen repräsentiert, öffentliche Auftritte im Zusammenhang mit Enercity vermeidet, keine Sponsoringakquise betreibt und keine Auftragsvergaben an Firmen und Lieferanten unterschreibt. Hansmann hatte angekündigt, in der Wahlkampfphase sechs bis acht Wochen Sonderurlaub zu nehmen. Sollte er nicht Stadtoberhaupt werden, will er bei den Stadtwerken bleiben.

Von Bernd Haase

Amazon – das ist einerseits ein Internetgigant, andererseits ein gewaltiger Fluss. Im Internet steht die Endung .amazon künftig für den Versandriesen, was Anrainer des Flusses wütend macht.

23.05.2019

Das Investmentbanking strauchelt, die US-Konkurrenz eilt davon und die Fusion mit der Commerzbank ist auch geplatzt – bei der Deutschen Bank läuft es schlecht. Sehr schlecht, wie sich jetzt auf der Hauptversammlung gezeigt hat.

23.05.2019

Der regionale Telekommunikationsanbieter wächst vor allem im Umland Hannovers – auch dank eines Großauftrages im Kreis Hameln-Pyrmont. Es gibt eine große Nachfrage nach schnellerem Internet.

26.05.2019