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Wirtschaft Eltel aus Hannover plagt der Fachkräftemangel
Nachrichten Wirtschaft Eltel aus Hannover plagt der Fachkräftemangel
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07:43 21.11.2012
Von Lars Ruzic
„Schon Aufträge abgelehnt": Eltel-Mitarbeiter beim Netzausbau in Hannover.
„Schon Aufträge abgelehnt": Eltel-Mitarbeiter beim Netzausbau in Hannover. Quelle: Surrey
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Hannover

Denn den finnischen Netzspezialisten Eltel, der sein deutsches Geschäft mit 30 Mann von Hannover aus steuert, plagt ein Problem, das viele gern als Worthülse aus Sonntagsreden abtun: der Fachkräftemangel. „Wir haben schon Aufträge ablehnen müssen, weil wir die Leute dafür nicht haben“, berichtet Finanzchef York Weinem.

Eltel will sich ein großes Stück vom riesigen Kuchen abschneiden, an dem Telekom, Vodafone und Co. derzeit backen. Es geht um etliche Aufträge zum Ausbau neuer Festnetz- und Mobilfunktechnologien. Tausende Kilometer Glasfaserleitungen wollen unter die Erde gebracht, Zehntausende Funkmasten für das besonders schnelle Mobilnetz mit LTE-Technik nachgerüstet werden. Die Telekomfirmen investieren Milliarden – und stehen einem zersplitterten Markt von Dienstleistern gegenüber, in dem sich Eltel nach eigenen Angaben dank der Erfahrungen aus anderen Ländern bereits hervortun konnte. „Das Wachstumspotenzial in Deutschland ist unbegrenzt“, umschreibt es Eltel-Geschäftsführer Andreas Schober.

Gut 500 Mitarbeiter sind bereits über Deutschland verteilt worden, um den Netzausbau zu bewerkstelligen. Zwei Drittel davon hat Eltel aus Polen und Litauen abgezogen. Dort sind die Netze schon weitgehend ausgebaut, die Belegschaft verfügt über das nötige Know-how. Gleichzeitig zwingt den Konzern die blanke Not zu dieser Maßnahme. „Unter den deutschen Mitarbeitern gelingt es uns gerade, die verlorenen wieder zu ersetzen“, sagt Schober. Und das, obwohl Eltel die Fachkräfte vom Tiefbauer bis zum Projektleiter besser als nach den jeweiligen Tarifen ihrer Berufsgruppen bezahle. „Wir wissen nur zu gut, dass wir uns dem Markt stellen müssen.“

Aber Eltel ist eben noch kein großer Name in Deutschland – anders als in Skandinavien, wo der Konzern mehr als 60 Prozent des Marktes beherrscht. Und Fachkräfte schauten sich eben immer auch nach anderen Möglichkeiten um. Dabei müsse man in Deutschland dringend „eine Stammbelegschaft aufbauen“, so Weinem. Allein im kommenden Jahr müsse die Mannschaft um 100 Personen aufgestockt werden. Doch „was an Bewerbungen reinkommt, ist bislang absolut mau“.

Die deutschen Manager haben deshalb schon bei den Mitarbeitern aus Litauern und Polen dafür geworben, nach Deutschland umzuziehen. Deutlich mehr als in ihrer Heimat verdienen sie hier ohnehin schon.

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