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Wirtschaft Eier und Fleisch in Bioqualität werden knapp
Nachrichten Wirtschaft Eier und Fleisch in Bioqualität werden knapp
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14:17 17.01.2011
Wirbt für dioxinfreie Eier: Ein Naturkostladen in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.
Wirbt für dioxinfreie Eier: Ein Naturkostladen in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: dpa
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In Berlin könnten schon bald Eier und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung knapp werden. Das berichtete der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin- Brandenburg, Michael Wimmer, am Montag und bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Morgenpost“ (Montag). Wegen des Dioxin-Skandals verunsicherte Verbraucher sorgten für eine höhere Nachfrage in den rund 45 Biomärkten Berlins. Nach dem Zeitungsbericht stiegen die Umsätze bereits um bis zu einem Drittel.

Die Branche rechne damit, dass der Nachschub ausbleiben könnte. „Wenn es nicht so wäre, müssten wir alle stutzig werden, weil nicht von heute auf morgen viel mehr Bio-Eier produziert werden können“, sagte Wimmer. Die Konsequenz sei: „Bio-Eier werden knapp, bei Schweinefleisch ist es auch so.“ Der jetzige Nachfrageschub sei vergleichbar mit dem, der auf den BSE-Skandal seit den 1990er Jahren folgte.

Nach jedem Skandal oder jeder öffentlichen Diskussion lasse sich dieses Muster beobachten, meinte Wimmer. Die Umsätze machten einen klaren Sprung nach oben, und, wenn sich die Aufregung gelegt hat, gehe es wieder nach unten. „Die Kernkundschaft wächst aber jedes Mal“, sagte der FÖL-Geschäftsführer. Das heißt: Es bleiben immer mehr Kunden bei Bio-Produkten hängen.

Die Anbieter der Bio-Lebensmittel versuchen aktuell, ihre Regale trotz der größeren Nachfrage gefüllt zu halten. Sie haben damit aber ihre Probleme. „Es ist mittlerweile schwierig, noch Lieferanten zu finden“, sagte ein Bio-Company-Sprecher dem Bericht zufolge. Landwirte könnten sich demnach vor Anfragen kaum retten. „Ich verkaufe zurzeit 5000 Eier am Tag, aber die Nachfrage ist viel größer“, sagte Frank Richter vom Biolandbetrieb Eiland in Grimme (Uckermark). Laut FÖL-Geschäftsführer Wimmer könne die erhöhte Nachfrage auch nicht aus dem Ausland gedeckt werden.

Eventuell müssten Verbraucher demnächst mal für eine Woche auf Bio-Eier verzichten, schätzte Wimmer. „Das ist aber ein kleiner Wachrüttler, der ganz gut tut.“ Man müsse darüber nachdenken, wie die Verfügbarkeit künftig sichergestellt werden könne. Seiner Meinung nach hat das Bio-System den Vorteil, generell transparenter zu sein. Klar sei aber auch: „Man braucht nicht so zu tun, als wäre das Bio- System völlig immun gegen schwarze Schafe.“

dpa