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Wirtschaft Edel, aber riskant: So können Anleger erfolgreich in Gold investieren
Nachrichten Wirtschaft Edel, aber riskant: So können Anleger erfolgreich in Gold investieren
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16:34 18.06.2019
Verführerischer Glanz: Wer sein Geld in Gold anlegt, „begibt sich dabei auf ein höchst spekulatives Parkett“. Quelle: Foto: Alexander Heinl/DPA
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Düsseldorf

Gold zu kaufen, um Gewinn zu machen, ist riskant. Denn ob der Kurs des Edelmetalls steigt oder fällt, hängt auch von Wechselkursschwankungen und globalen Entwicklungen ab. „Man begibt sich dabei auf höchst spekulatives Parkett“, gibt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu bedenken. Das gilt nicht nur für den Kauf von Barren und Münzen, sondern für alle Anlageformen rund ums Gold. Denn das Angebot an entsprechenden Finanzprodukten ist groß.

Goldsparpläne: Dabei investieren Anleger monatlich einen bestimmten Betrag in Gold, zum Beispiel 100 Euro. Bei einem aktuellen Kurs für eine Feinunze von mehr als 1300 Dollar bekommt man dafür jeweils nur einige Gramm pro Monat, häuft aber peu à peu einen kleinen Goldschatz an. Allerdings gilt: „Mithin kauft man für seine 100 Euro, die in Dollar umgerechnet werden, bei einem gestiegenen oder gefallenen Wechselkurs mehr oder weniger Gramm“, so Hentschel. Hinzu kommen Bearbeitungs- und Lagergebühren, die in der Summe durchaus höher sein können als etwa die Miete eines Bankschließfachs.

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Denn generell gilt: Wer Gewinn machen möchte mit Gold, muss dieses nicht nur für mehr Geld verkaufen als einkaufen, sondern auch die anfallenden Gebühren mit dem steigenden Kurs verdienen. Abraten würde Hentschel zudem von Sparplänen mit Mindestlaufzeiten. Verbraucher sollten lieber die Flexibilität bewahren, bei einem sehr hohen Kurs auch Anteile von ihrem Goldvermögen verkaufen zu können, um sich Gewinne zu sichern.

Nichts für Leichtsinnige

Jedem, der überlegt, in Gold zu investieren, muss bewusst sein: „Wenn man zocken will, sollte man sich über die Mechanismen, die sich bei Goldanlagen durchziehen, im Klaren sein“, betont Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So bleibt bei einem renditeorientierten Goldinvestment stets das Risiko, im falschen Moment auf den Goldzug aufzuspringen und Verlust statt Gewinn zu machen. Darum rät der Experte auch: Um sich für Krisen zu wappnen, kann man einen gewissen Teil des Anlagevermögens in Gold investieren. Das sollte allerdings lediglich 5 bis 10 Prozent umfassen.

In den vergangenen 43 Jahren war der Goldpreis heftigen Schwankungen ausgesetzt. Immer wieder gab es Phasen der Unsicherheit (hohe Inflation in vielen Industrieländern, Angst vor einem Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems, Schuldenkrise in diversen europäischen Staaten), die Anleger und auch Notenbanken Gold zukaufen ließen und damit den Preis für das Edelmetall antrieben. Höchstpreise wurden zwischen 1979 und 1983 und ab 2010 erzielt.

Goldaktien oder Goldaktienfonds: Statt in Gold legt man sein Geld in Werte von Goldminen und anderen goldverarbeitenden Industrien an, erläutert der Experte. Die Abhängigkeit vom Goldkurs bleibt aber: Steigt dieser, legen auch die Aktien tendenziell zu. Umgekehrt fallen sie in der Regel bei fallendem Goldkurs. Allgemeine Entwicklungen an der Börse sowie der Erfolg einzelner Unternehmen können die Entwicklung der Aktien jedoch ebenso beeinflussen.

Goldfonds: Diese sind nicht mit Goldaktienfonds zu verwechseln, weil sie nur zu einem gewissen Teil in den Rohstoff Gold investieren – und das sonstige Fondsvermögen auf andere Anlagenformen verteilen. Ziel sei es aber, den Goldpreis abzubilden, erläutern die Verbraucherzentralen in einem Onlineratgeber zum Thema Gold. Das kann aber misslingen, zudem bleibt auch hier das Risiko, dass der Goldpreis sinkt. Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge können die Rendite zudem schmälern. „Sie scheinen vielleicht nicht ganz so riskant, bleiben am Ende aber genauso volatil wie alle anderen Investitionen in Gold“, sagt Hentschel.

Gold-ETC: Hier handelt es sich um Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung von Gold möglichst genau abbilden sollen. Andere setzen auf Goldtermingeschäfte. Die Produkte sind zwar besichert, dennoch bieten sie nach Angaben der Verbraucherzentralen keine hundertprozentige Sicherheit für die Anlage, falls der Herausgeber insolvent ist. Dazu sind Gold-ETC manchmal schwer verständlich. Der Rat: Wer diese Anlage nicht durchblickt, lässt lieber die Finger davon.

Goldzertifikate: Das gilt umso mehr für Zertifikate, mit denen Anleger gewissermaßen auf die Goldpreisentwicklung wetten. Auch dabei besteht das Emittentenrisiko, also der Verlust des Investments im Fall einer Pleite des Herausgebers.

Von RND/dpa