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Wirtschaft Douglas-Gründer wollen Unternehmensherrschaft zurück
Nachrichten Wirtschaft Douglas-Gründer wollen Unternehmensherrschaft zurück
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16:59 12.01.2012
Egal ob Parfüm, Schmuck oder edle Damenmode: Douglas will einen kleinen Hauch von Luxus verkaufen.
Egal ob Parfüm, Schmuck oder edle Damenmode: Douglas will einen kleinen Hauch von Luxus verkaufen. Quelle: dpa
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Hagen

Beim Parfümerie-, Buch- und Schmuckhändler Douglas stehen größere Veränderungen an, und die will Gründer Jörn Kreke wohl zusammen mit dem größten und befreundeten Aktionär Oetker stemmen. Aufsichtsratschef Jörn Kreke, Sohn und Vorstandschef Henning Kreke und Branchenkennern zufolge auch die Oetker-Gruppe streben nach der Mehrheit im Unternehmen. Zurzeit haben sie zwar faktisch schon das Sagen, nach Aktienbesitz ist das aber nicht untermauert. Da fehlen allein für die einfache Mehrheit mehr als zehn Prozent.

Alles ist erst in der Konzeptphase, heißt es. Das lässt Raum für Spekulationen. Keiner weiß genau, warum die Gründer und wohl auch Oetker Gespräche mit Investoren suchen, um den Aktienzukauf zu stemmen. Beide Familien sind schwer reich und durch ihre Verschwiegenheit bekannt. Der Junior sagte nur so viel offiziell: „Die Familie Kreke steht voll und ganz hinter der Douglas-Gruppe und erwägt, Anteile zusammen mit Finanzinvestoren aufzustocken.“

Klar ist für Branchenkenner, dass die Familie voll und ganz auf eine lukrative Weiterentwicklung der Gruppe setzt. Immerhin plagen in der Buchsparte die Probleme so heftig, dass Henning Kreke just am Tag zuvor bei der Bilanzvorstellung eine Restrukturierung der Sparte samt mageren Gewinnaussichten ankündigte. Der Aktienkurs brach ein. Am Donnerstag sind die glitzernden Konsumtempel der Gruppe mit ihren großen Parfümeriegeschäften, den Christ-Juwelierläden, den AppelrathCüpper-Modehäusern und Süßwaren von Hussel an der Börse wieder gefragt, weil die Gründer mit Hilfe von Investoren Aktien zukaufen wollen.

Die Aktienmehrheit wolle Douglas auf jeden Fall haben, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Ob es darüber hinaus gelingt, genügend Anteile einzusammeln, um auch die Minderheitsaktionäre herauszudrängen, muss sich zeigen. Helfen sollen bei dem teuren Unterfangen zahlungskräftige Finanzinvestoren, mit denen Gespräche laufen. An der Börse wird Douglas mit einer guten Milliarde Euro bewertet.

Ob die Gründer mit einer Übernahme einfach nur erreichen wollen, unabhängig von den Börsenturbulenzen in Ruhe arbeiten zu wollen, um die Buchsparte wieder auf Kurs zu bringen oder ob sie den ungeliebten Mit-Aktionär Müller, Inhaber der gleichnamigen Drogeriekette, in die Schranken weisen wollen, darüber wird noch gerätselt. Erwin Müller hält offiziell gut 10 Prozent und wollte im vergangenen Jahr weiter zukaufen. Ob er es über Umwege getan hat, ist nicht bekannt. Früher hätten sich schon Hedgefonds an Douglas beteiligt, jetzt Müller. „Das passt ihnen nicht“, schätzt Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) die Alteigentümer ein.

Aus Sicht von Analysten gäbe es einige Vorteile, sollte das Unternehmen zurück in private Hand gehen. Der Wert der Parfümerie- Kette sei für sich genommen wertvoller als die gesamte Gruppe zusammen, meint DZ-Bank-Analyst Holger Schwesig. Sein Kollege Ingbert Faust von der Investmentbank Equinet sieht noch einen anderen Pluspunkt: „Ein nicht börsennotiertes Unternehmen kann man ganz anders führen.“

Derzeit muss Douglas vierteljährlich eine Bilanz abgeben und sich dabei stets an den Erwartungen des Marktes messen lassen. Dass ihm der niedrige Aktienkurs des Unternehmens ein Dorn im Auge ist, daraus macht Firmenlenker Kreke keinen Hehl: „Wir haben derzeit das Gefühl, dass der Aktienkurs nicht unseren wahren Unternehmenswert widerspiegelt.“

frx/dpa

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