Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Die Studienschlacht geht weiter: Sind Erdgasantriebe am umweltverträglichsten?
Nachrichten Wirtschaft Die Studienschlacht geht weiter: Sind Erdgasantriebe am umweltverträglichsten?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 19.09.2019
Verglichen mit Benzin-, Diesel- und Elektroautos, die mit dem aktuell gültigen Strommix fahren, schneiden erdgasbetriebene Wagen demnach am besten ab, wenn man alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus des Wagens zusammenrechnet. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Anzeige

Die Diskussion um klimaverträgliche Antriebe bekommt erneut Aufwind: Autos mit Erdgasantrieb sind nach einer Studie des ADAC derzeit am wenigsten klimaschädlich. Verglichen mit Benzin-, Diesel- und Elektroautos, die mit dem aktuell gültigen Strommix fahren, schneiden erdgasbetriebene Wagen demnach am besten ab, wenn man alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus des Wagens zusammenrechnet. Erst ein E-Auto mit Nutzung von regenerativem Strom hätte eine deutlich bessere Klimabilanz als ein erdgasbetriebener Pkw, wie der ADAC mitteilte.

Auch interessant: Gehört die Zukunft wirklich dem Elektroauto?

Anzeige

E-Autos erst ab Zehntausenden Kilometern klimafreundlicher als Benzin und Diesel

In das Ergebnis flossen die Treibhausgasemissionen ein, die bei der Herstellung und beim Recycling der Fahrzeuge entstehen, sowie die Emissionen, die bei der Produktion, Bereitstellung und beim Verbrauch des Antriebsstoffes frei werden. Das Forschungsinstitut Joanneum Research hat für den ADAC den CO₂-Ausstoß von Wagen der sogenannten Golfklasse ausgewertet, die 15.000 Kilometer pro Jahr fahren und eine Gesamtlebensdauer von 15 Jahren haben.

E-Autos haben derzeit die beste Klimabilanz, wenn sie zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Quelle: ©ADAC

E-Autos sind demnach nach 127.500 Kilometern oder mehr als acht Betriebsjahren klimafreundlicher als Benziner. Im Vergleich zum Diesel können die mit dem deutschen Strommix betriebenen Elektroautos erst nach 219.000 Kilometern oder 14,6 Jahren ihre Vorteile geltend machen. E-Autos, die zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, liegen jedoch schon nach 37.500 und 40.500 Kilometern in der Klimabilanz vor Benzin und Diesel.

Elektroautos: Hoher Treibhausgasausstoß bei Batterieproduktion

Besonders negativ ins Gewicht fällt laut ADAC bei E-Autos – neben dem Anteil von Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix – die Produktion der Batterien, bei der viele Treibhausgase frei würden. Am schlechtesten schnitten in der Untersuchung Benziner ab, gefolgt von Dieselautos und E-Autos, die fast gleichauf lagen.

Um Untersuchungen zur Klimabilanz verschiedener Autoantriebe gibt es immer wieder Diskussionen. Das liegt unter anderem daran, dass es vor allem zur Batterieproduktion wenige öffentliche Primärdaten gibt und dass unterschiedliche Rahmenbedingungen der Studien zu verschiedenen Ergebnissen führen können.

Lesen Sie auch: Verbrenner gegen E-Auto: Welches Auto hat denn nun die bessere Klimabilanz?

Von RND/dpa/bk