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Wirtschaft Mitarbeiter rufen zu Demo gegen DRK-Führung auf
Nachrichten Wirtschaft Mitarbeiter rufen zu Demo gegen DRK-Führung auf
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07:26 30.11.2019
Die Demos beim Deutschen Roten Kreuz in Hannover häufen sich: Bereits im Oktober haben Betriebsratsmitglieder und Mitarbeiter gegen die Informations- und Geschäftspolitik des Vorstandes protestiert. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hannover wächst offenbar das Misstrauen von Mitgliedern und Mitarbeitern gegenüber der Führung des Regionsverbandes. Unter dem Slogan „Ehrenamt- und Hauptamt – Hand in Hand zum Wohl des DRK“ rufen Beschäftigte und der Konzernbetriebsrat vor Beginn der Mitgliederversammlung am Sonnabend im Haus der Region zu einer Demonstration auf. „Wir erwarten bis zu 300 Teilnehmer“, sagte Betriebsratschefin Katrin Windt am Freitag.

Ein Anlass für die Kundgebung sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die DRK-Spitze wegen des Verdachts der Korruption und Nötigung. Das erste Verfahren richtet sich gegen Vorstand Steffen Baumann, dem im Zusammenhang mit der Vergabe von Aufträgen „Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr“ vorgeworfen wird; DRK-Präsident Thomas Decker soll zwei internen Informanten mit dem „Rausschmiss“ gedroht haben. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Angebliche „Personalmeldung“ sorgt für Verwirrung

Während Decker sich bis zur Klärung der Vorwürfe „an der Ausübung seines Amtes gehindert“ sieht, führt Baumann seine Geschäfte bisher weiter. Das finden mehrere Ortsvereine nicht akzeptabel: In einem Antrag zur Mitgliederversammlung fordern sie, Baumann „vorläufig des Amtes zu entheben, solange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht abgeschlossen sind“. Darüber hinaus monieren sie überhöhte Ausgaben für die Ausstattung der Geschäftsstelle. Das Gebot der Sparsamkeit scheine „durch den Vorstand an einigen Stellen in Vergessenheit“ geraten zu seien, heißt es in dem Schreiben.

Für Verwirrung sorgt unterdessen eine als „vertraulich“ deklarierte „Personalmeldung“, die unter Mitarbeitern und Mitgliedern kursiert und angeblich von den beiden DRK Vize-Präsidenten Hans-Joachim Sbresny und Martina Rust vorbereitet worden sein soll. Darin wird mit unterschiedlichen Begründungen („optimale Textbausteine“) die Abberufung des Vorstandes bekanntgegeben. Nach Angaben von Sbresny stammt dieser Formbrief nicht von ihm: „Ich kannte dieses Schreiben bisher nicht“, sagte er am Freitag der HAZ. Das Präsidium habe inzwischen die Polizei eingeschaltet, um den Weg des Dokuments in die Öffentlichkeit zu ermitteln.

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Von Jens Heitmann

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