Deutsche Messe in Hannover: Noch keine Einigung auf ein Sparkonzept
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Deutsche Messe in Hannover: Noch keine Einigung auf ein Sparkonzept

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20:28 27.11.2020
Die Deutsche Messe AG muss ihre Kosten deutlich verringern, damit das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover für einen Kredit bürgen.
Die Deutsche Messe AG muss ihre Kosten deutlich verringern, damit das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover für einen Kredit bürgen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Bei den Verhandlungen über Kostensenkungen bei der Deutschen Messe gibt es noch keinen Durchbruch. Der Vorstand und die Arbeitnehmervertreter wollen ihre Gespräche am kommenden Dienstag fortsetzen. Man habe sich zwar in konstruktiver Atmosphäre in einzelnen Punkten annähern können, teilten das Unternehmen und die IG Metall am Freitag mit. Bis zu einer Einigung sei es aber noch ein weiter Weg.

Drastischer Stellenabbau geplant

Wegen hoher Einbußen in der Corona-Krise benötigt die Deutsche Messe einen Kredit in Höhe von 122 Millionen Euro, für den die Anteilseigner bürgen sollen. Dazu sind das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover jedoch nur bereit, wenn das Unternehmen wettbewerbsfähiger wird und künftig deutlich geringere Kosten hat.

Das „Zukunftskonzept“ des Messevorstandes sieht erhebliche Einsparungen beim Personal vor. Die Ausgaben sollen hier bis zum Jahr 2027 kumuliert um 172 Millionen Euro sinken. Erreichen will das Management dieses Ziel unter anderem durch Kurzarbeit, eine Verringerung der Wochenarbeitszeit, eine Reduzierung von tariflichen und übertariflichen Leistungen, Einschnitte bei den Führungskräften sowie durch die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten, etwa in der Gärtnerei oder der Gastronomie, an Dienstleister. Darüber hinaus soll die Zahl der Mitarbeiter – ohne Entlassungen – von 730 auf 480 verringert werden.

„Noch eine Lücke in zweistelliger Millionenhöhe“

Die IG Metall und der Betriebsrat sind dagegen nur bereit, auf längere Sicht 150 Stellen abzubauen. Zur Verringerung der Kosten schlagen die Arbeitnehmervertreter eine flexiblere Regelung von Kurzarbeit, einen Verzicht auf Aufstockungsbeiträge beim Kurzarbeitergeld sowie die Streichung übertariflicher Leistungen vor. Damit könne die Messe ihre Ausgaben um bis zu 60 Millionen Euro senken, erklären sie. In weiteren Verhandlungen müsse noch eine „Lücke in zweistelliger Millionenhöhe“ geschlossen werden, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

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Von Jens Heitmann