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08:33 23.02.2020
2019 fiel der Besuch noch leicht. Unklar ist, ob in diesem Jahr das Coronavirus Chinesen von einer Teilnahme an der Hannover Messe abhält. . Quelle: Arnulf Hettrich/Imago
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Hannover

Das in China grassierende Coronavirus gefährdet auch die Geschäftspläne der Deutschen Messe. Bisher strebt das Unternehmen im laufenden Jahr bei einem Umsatz von 329 Millionen Euro einen schmalen Gewinn von 3 Millionen Euro an – wegen der Schließung des Messegeländes Sniec in Shanghai, an dem die Hannoveraner beteiligt sind, und der Unsicherheit mit Blick auf die Hannover Messe sei dieses Ziel nur noch schwer zu erreichen, verlautete am Freitag aus Kreisen des Unternehmens.

Das „Shanghai New International Expo Centre“ (Sniec) ist der Geldbringer der Deutschen Messe. Zusammen mit den Messegesellschaften Düsseldorf und München halten die Niedersachsen 51 Prozent an dem Gelände, das mit einer Hallenfläche von 200.000 Quadratmetern etwa halb so groß ist wie das in Hannover. Weil das Sniec fast das gesamte Jahr ausgebucht ist, gilt es als einer der profitabelsten Messeplätze weltweit. Für das vergangene Jahr rechnen die deutschen Anteilseigner mit einem Umsatz von 148 Millionen Euro – unter dem Strich sollen 55 Millionen Euro übrig bleiben.

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Beteiligung am Sniec poliert die Bilanz auf

Wie wichtig die Beteiligung für die Deutsche Messe ist, zeigt die Bilanz des vergangenen Jahres: Die Dividende aus Shanghai hat 8 Millionen Euro eingebracht. Mit den Veranstaltungen in Hannover verdiene man nur einen Bruchteil dieser Summe, hieß es im Unternehmen. Dies gilt besonders für das Jahr 2020 – wegen des unterschiedlichen Messeturnus fallen die geraden Jahre generell schwächer aus als die ungeraden. Bisher habe man in Hannover für dieses Jahr eine Sniec-Dividende von rund 9 Millionen Euro eingeplant, hieß es.

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Derzeit ruht der Ausstellungsbetrieb jedoch in Shanghai. Die Regierung in Peking hat alle Messen in der Volksrepublik bis Ende Februar verboten – eine Verlängerung bis Ende März gilt als möglich. Dem Vernehmen nach prüft das Sniec-Management, ob die bisher abgesagten Veranstaltungen im Laufe des Jahres nachgeholt werden können. Alternativ werde nach Ausweichmöglichkeiten auf andere, weniger frequentierte Standorte gesucht, verlautete aus dem Unternehmen.

Chinesische Aussteller sagen Teilnahme an „Mini-Cebit“ ab

Unterdessen wächst auch die Nervosität, welche Auswirkungen die Ausbreitung des Coronavirus auf die in Hannover geplanten Branchenschauen haben könnte. Für die IT-Messe Twenty2X, die vom 17. bis 19. März stattfindet, hätten vier chinesische Aussteller ihre Teilnahme abgesagt, berichtete eine Sprecherin der Messe. Damit verringere sich die Ausstellungsfläche von bisher 3500 Quadratmetern um knapp ein Zehntel. Ein weiterer Aussteller aus China wolle seinen Stand wie geplant aufbauen – das Personal komme von einem Firmenstandort in den Vereinigten Staaten. Insgesamt nehmen knapp 180 Unternehmen aus elf Ländern an der „Mini-Cebit“ teil.

Die Hannover Messe soll nach jetzigem Stand wie geplant am 20. April ihre Tore öffnen. Für die Industrieschau haben sich laut Veranstalter rund 5500 Aussteller angemeldet, etwa 800 davon aus China. In Hannover werden 200.000 Besucher erwartet – 10.000 sollen aus der Volksrepublik anreisen. Nach HAZ-Informationen spielt die Messegesellschaft unterschiedliche Szenarien durch, eine Absage wird aktuell nicht erwogen. Die Aussteller rechneten damit, dass die Messe stattfinde, sagte einer ihrer Vertreter. „Die großen Mittelständler warten noch gelassen ab.“

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Von Jens Heitmann

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