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Wirtschaft Deutsche Behörden warten auf Daten zu Bio-Skandal
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Behörden warten auf Daten zu Bio-Skandal
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18:49 08.12.2011
Nach der Aufdeckung eines mutmaßlichen Großbetrugs mit Bio-Lebensmitteln in Italien warten die deutschen Behörden vorerst weiter auf Daten der Regierung in Rom.
Nach der Aufdeckung eines mutmaßlichen Großbetrugs mit Bio-Lebensmitteln in Italien warten die deutschen Behörden vorerst weiter auf Daten der Regierung in Rom. Quelle: dpa
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Berlin/Bonn

Angeforderte Lieferlisten waren zunächst nicht eingetroffen, sagte ein Sprecher der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn am Donnerstag. Damit könnte zurückverfolgt werden, inwiefern Waren nach Deutschland gelangt sind und notfalls vom Markt genommen werden müssten.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft kritisierte die Vorfälle in Italien. „Jeder Betrugsfall im Biobereich ist einer zu viel“, sagte Geschäftsführer Alexander Gerber dem Sender MDR Info. Wo die Produkte gelandet seien, sei zwar noch unklar. Man wisse aber, dass „weit über 99 Prozent der Bio-Ware“ in Deutschland sauber seien und gut kontrolliert würden.

In Italien war am Dienstag ein mutmaßlicher Großbetrug mit Bio- Lebensmitteln aufgeflogen. In Verona beschlagnahmte die Polizei 2500 Tonnen vermutlich falsch deklarierte Öko-Waren wie Mehl und Obst. Eine Fälscherbande soll mit dem Schwindel Millionenumsätze gemacht haben. Ein Teil der wohl ganz normalen Produkte soll teuer als Bio- Ware in andere Länder gegangen sein - auch nach Deutschland.

Aus Expertensicht könnten Verbraucher trotz des Skandals generell weiter auf Bio-Lebensmitteln vertrauen. „Man kann im Wesentlichen davon ausgehen, dass dort, wo Bio drauf steht auch Bio drin ist“, sagte Stephan Dabbert von der Universität Hohenheim in Stuttgart der Nachrichtenagentur dpa. Der Agrarökonom hat mit Kollegen das Öko- Kontrollsystem in der EU unter die Lupe genommen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Kontrollen in den Staaten ernst genommen würden.

Der Skandal in Italien sei in seinem Ausmaß erschreckend, sagte Dabbert. Jedoch zeige seine Aufdeckung auch, dass die Kontrolle funktioniere. Die Länder gingen dabei aber völlig unterschiedlich vor. Eine europaweit einheitliche Kontrolle der Kontrolleure sei daher dringend nötig. „Denn wenn die Kontrolleure fälschen, dann wird es schwierig.“

frx/dpa

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