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Nachrichten Wirtschaft Deutsche Bank verliert Streit um riskante Zinswetten
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10:40 22.03.2011
Die Deutsche Bank verliert vor dem Bundesgerichtshof.
Die Deutsche Bank verliert vor dem Bundesgerichtshof.
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Im Streit um riskante Zinswetten hat die Deutsche Bank am Dienstag eine herbe Niederlage vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erlitten. Die Karlsruher Richter verurteilten Deutschlands größte Bank zur Zahlung von 540 000 Euro Schadenersatz an ein mittelständisches Unternehmen. Es hatte bei einem sogenannten Swap-Geschäft - einer Wette auf die Zinsentwicklung - mit der Bank einen großen Verlust erlitten. Auch viele andere Mittelständler, Städte und kommunale Unternehmen hatten bei Swap-Geschäften mit der Deutschen Bank Verluste gemacht (Az. XI ZR 33/10).

Das Institut hat nach Ansicht der Richter seine Aufklärungspflicht gegenüber dem Kunden, dem Hygienebedarfs-Hersteller Ille aus Altenstadt in Hessen, verletzt. Insbesondere hätte die Bank darüber aufklären müssen, dass bei derartigen Produkten ein „schwerwiegender Interessenkonflikt“ bestehe, weil bei solchen Zinswetten der Gewinn der Bank gleichbedeutend mit einem Verlust des Kunden sei. Die Richter stellten jedoch auch klar, dass die Bank nicht generell darüber aufklären muss, dass sie mit ihren Produkten Gewinne erzielt.

„Spread Ladder Swaps“ beruhen auf der Differenz (Spread) zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen. Die Erwartung bei den Swaps (englisch: „tauschen“) war, dass die langfristigen Zinsen stärker steigen als die kurzfristigen. Doch es kam anders: Etliche Anleger fuhren mit dem komplizierten Produkt herbe Verluste ein. Ihre Anwälte sprechen von etwa 200 Fällen und einem Millionenschaden.

Der Anwalt der Deutschen Bank sagte, dass eine überschaubare Zahl ähnlicher Verfahren anhängig sei, wollte sich aber weder hinsichtlich der Zahl noch mit Blick auf die Streitwerte festlegen. Die Deutsche Bank haben eine „angemessene Risikovorsorge“ getroffen. Der Dax-Konzern hatte stets betont, er habe die Kunden auf die Risiken der Anlage hingewiesen und angemessen beraten.

dpa