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Wirtschaft Berater ohne Honorar
Nachrichten Wirtschaft Berater ohne Honorar
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11:19 15.06.2015
Von Lars Ruzic
Foto: Geht ohne Abfindung:Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain (r.).
Foto: Geht ohne Abfindung:Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain (r.) Quelle: afp
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Anshu Jain hat die goldenen Zeiten des Investmentbanking erlebt. In den Jahren vor der Finanzkrise war den Herren im Maßanzug bekanntlich kein Deal und kein Bonus zu groß. Die Welt war nicht genug.

Als Leiter des Investmentbanking der Deutschen Bank in London dürfte Jain auch zu jener Gruppe von Topmanagern gezählt haben, die über die Gehälter ihrer Chefs nur müde lächeln konnten. Jain hat vermutlich genügend auf die hohe Kante gelegt, um die jetzige Durststrecke zu überstehen. Er ist sich selbst genug.

Denn Medienberichten zufolge soll der Inder nach seinem Abschied als Ko-Chef der Deutschen Bank Ende Juni etwa ein halbes Jahr lang umsonst für den Konzern arbeiten. Jain verzichte zudem auf mehr als 10 Millionen Euro Gehalt, heißt es. Er habe von sich aus gekündigt, sein noch laufender Vertrag werde nicht ausgezahlt. Für die Zeit bis Ende Januar 2016, in der er seinem Nachfolger John Cryan als Berater zur Verfügung steht, erhält Jain keinen Cent Honorar. Jain kam zuletzt an der Spitze des größten deutschen Geldhauses auf eine Gesamtvergütung von knapp 6,7 Millionen Euro. In den Verhandlungen über seine Vertragsauflösung soll er keinen Wert auf eine Abfindung gelegt haben. „Er wolle die Bank nicht finanziell belasten - so seine Begründung“, wie die „Bild am Sonntag“ schreibt.

Böse Zungen unter seinen Mitarbeitern würden nun wohl ergänzen, dass der 52-Jährige das Institut in früheren Zeiten schon genug belastet habe. Gerade ist ein Bericht der Finanzaufsicht Bafin zu Manipulationen des für die Branche wichtigsten Marktzinses Libor („London Interbank Offered Rate“) bei der Deutschen Bank öffentlich geworden, der nach Informationen des „Spiegels“ auch Vorwürfe gegen Jain enthält. Darin kritisiert die Behörde schwere Versäumnisse bei der Kontrolle von Geschäftsprozessen, in der Organisation und bei der Aufarbeitung der Affäre. Jain war als Chef des Investmentbanking der Deutschen Bank für den Bereich verantwortlich, in dem solche Zinsgeschäfte angesiedelt sind.

Über Jahre hatten Mitarbeiter mehrerer Großbanken Referenzzinsen wie den Libor manipuliert, um daraus Profit zu schlagen. Die Deutsche Bank akzeptierte Ende 2013 eine EU-Strafe von 725 Millionen Euro. Im April dieses Jahres brummten ihr Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien die Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar auf.

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