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Wirtschaft Der Name Schlecker verschwindet
Nachrichten Wirtschaft Der Name Schlecker verschwindet
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08:22 05.06.2012
Von Lars Ruzic
Foto: Am Freitag startet der Ausverkauf in den Schlecker-Filialen.
Am Freitag startet der Ausverkauf in den Schlecker-Filialen. Quelle: dpa
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Hannover

Solche Gespräche müssen sie in Burgwedel inzwischen schnellstmöglich abbrechen, um nicht von der eigentlichen Arbeit abgehalten zu werden. Denn in den vergangenen Wochen hat sich die Zahl der Anrufer, die für ihre an Schlecker vermieteten Immobilien eine schnelle Anschlussverwendung suchen, auf gut 600 addiert. Bislang ist daraus nicht ein Mietvertrag hervorgegangen.

Das Argument ist immer dasselbe: zu klein, zu schlechte Lage, zu marode. Rossmann hat heute Filialen, die mehr als 1000 Quadratmeter belegen – und das meist in 1-A-Lagen. Diese Antwort hören die Vermieter nicht nur in Burgwedel. Vor einem Jahr hatte Schlecker noch 6000 Filialen. Der weit überwiegende Teil von ihnen wird wohl erst einmal für lange Zeit leer stehen. Und so manche Eigentümer in Nöten zurücklassen, die sich mit den Einnahmen ihre Rente aufgebessert hatten.

Sie kommen hinzu zu den 25. 000 Beschäftigten, die das Aus für die klassischen Schlecker-Märkte hart treffen wird. In Hannover wollen sie am Donnerstag ihrem Ärger noch einmal Luft machen. Die Landesregierung hatte einst die Gründung einer bundesweiten Transfergesellschaft blockiert, die die ersten 10. 000 von der Pleite Betroffenen aufgenommen und dem Insolvenzverwalter Kündigungsklagen erspart hätte.  Ihr mangelte es an einem brauchbaren Fortführungskonzept. Das Land müsse sich nun für einen Sonderfonds stark machen, um den sozialen Absturz der „Schlecker-Frauen“ zu verhindern, forderte Niedersachsens ver.di-Chef Detlef Ahting in einem Brief an Ministerpräsident David McAllister.

Während nun weitere 13. 200 Schlecker-Mitarbeiter in eine unsichere Zukunft blicken, können etwa 5000 Beschäftigte durch die vom Münchener Investor Dubag geplante Übernahme von Ihr Platz und Schlecker-XL wieder hoffen. Es sollen weder Filialen geschlossen noch Stellen abgebaut werden, sagte Dubag-Chef Michael Schumann am Montag in München. Die Dubag habe Ihr Platz samt der 490 Filialen bereits gekauft, sagte Schumann. Dazu übernimmt er 342 Schlecker-XL-Märkte.

Dem Kauf müssen die Gläubiger noch zustimmen, der Gläubigerausschuss habe bereits grünes Licht gegeben, sagte Schumann. Über den Preis machte er keine Angaben. Die zusammen mehr als 800 Filialen erwirtschaften einen Jahresumsatz von 700 Millionen Euro. Die Gläubigerversammlung tagt am Dienstag in Ulm, dann wird auch das von den größten Gläubigern entschiedene Aus für Schlecker festgeklopft.

Bereits diesen Freitag startet der Ausverkauf. In jedem noch geöffneten Laden werde es anfangs Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent auf das gesamte Sortiment geben, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung. Die anfänglichen Preisnachlässe werden dann schrittweise gesteigert.

Das endgültige Schließen der Läden richte sich nach dem jeweiligen Erfolg des Abverkaufs. Bis Ende Juni dürfte dann endgültig Schluss sein.

Der Name Schlecker verschwindet dann komplett. Auch die Münchener Dubag hat daran kein Interesse mehr.

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