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Wirtschaft Der Druck auf GM hat nachgelassen
Nachrichten Wirtschaft Der Druck auf GM hat nachgelassen
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21:10 24.08.2009
Der Druck auf General Motors hat nachgelassen.
Der Druck auf General Motors hat nachgelassen. Quelle: afp
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Nach einigem Hin und Her wurde das Europa-Geschäft aus dem GM-Konzern herausgelöst – gerade rechtzeitig, bevor die Opel-Mutter am 1. Juni Insolvenzantrag anmeldete.

Damals galt der kanadisch-österreichische Zulieferkonzern Magna als Retter in höchster Not. Weil Magna zu Verhandlungen bereit war, gab die Bundesregierung grünes Licht für einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro für Opel. Doch dann gerieten die Gespräche ins Stocken, gleichzeitig verkaufte Opel dank der Abwrackprämie mehr Autos und bekam Liquidität. GM machte unterdessen eine Blitz-Insolvenz, wurde die meisten Schulden los und startete neu, mit den USA und Kanada als Haupteigentümer.

Doch bei Opel hat sich nichts mehr getan. Magna möchte zwar zusammen mit der russischen Sberbank und dem ebenfalls russischen Lkw-Hersteller GAZ die Mehrheit übernehmen, aber für GM gibt es mehrere Probleme. So ist der Konzern selbst seit Jahren mit Opel in Russland aktiv. Wie soll das in Zukunft aussehen? Auch war davon die Rede, dass Opel künftig weder in China noch in den USA verkaufen dürfe. Doch auf diese zwei Märkte kann das Unternehmen nicht verzichten.

Es ist daher nicht überraschend, dass bei GM einige Manager das Angebot des Finanzinvestors RHJ bevorzugen. RHJ würde GM weitgehend freie Hand lassen. Märkte, Produkte und auch die Abgrenzung zwischen der „New GM“ und „New Opel“ könnten die Manager aus Detroit stärker mitbestimmen.

Seit der GM-Verwaltungsrat die Entscheidung erneut aufgeschoben hat, wird auch wieder über eine Opel-Insolvenz spekuliert. Die hätte – aus GM-Sicht – den Vorteil, dass das Unternehmen seine Schulden los würde und ein Insolvenzverwalter die harten Schnitte vornehmen würde – also Werke schließt, die jetzt von allen Beteiligten als „erhaltenswert“ gelobt werden. Am Ende könnte GM sich dann doch wieder als Partner für Opel anbieten. Der Haken daran ist, dass die Politik in Deutschland mehrheitlich eine Insolvenz verhindern will. Außerdem müsste GM mindestens den Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

von Klaus Dieter Oehler

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