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Wirtschaft Konzern könnte Sparpaket noch verschärfen
Nachrichten Wirtschaft Konzern könnte Sparpaket noch verschärfen
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14:52 12.11.2019
Baukräne stehen auf der Baustelle für die neue Konzernzentrale von Continental. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hannover

Skepsis bei Continental: Für das nächste Jahr rechnet der Konzern im besten Fall mit einer stagnierenden Autoproduktion – es sei aber ebenso gut möglich, dass 2020 weltweit zum dritten Mal infolge weniger Fahrzeuge hergestellt würden als zuvor, teilte der Autozulieferer am Dienstag bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz in Hannover mit. Aufgrund hoher Abschreibungen fiel im dritten Quartal ein Verlust von fast 2  Milliarden Euro an.

Deshalb denkt der Vorstand darüber nach, das Anfang August verkündete Sparpaket noch einmal zu verschärfen. „Wir haben gesagt, dass das ein Programm ist, das wir jetzt gestartet haben, dass das aber noch nicht das Ende sein muss”, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer, ohne Details zu nennen. Bisher hat der Konzern sechs Standorte zur Disposition gestellt, damit stehen knapp 3000 Stellen auf der Kippe: Im Zuge der Neuausrichtung könnten von den insgesamt 244.000 Arbeitsplätzen innerhalb der nächsten zehn Jahre 20.000 Jobs „von Veränderungen betroffen“ sein, hieß es kürzlich. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Konzern nicht aus.

Operatives Geschäft ist eingebrochen

Der Vorstand will Continental bis 2029 verstärkt auf Wachstumsbereiche wie Elektromobilität und automatisiertes Fahren ausrichten, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Bei den Gewerkschaften stoßen die Sparpläne auf Widerstand. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben der geplanten Schließung von Standorten in Deutschland noch nicht zugestimmt – sie fordern eine „ergebnisoffene Prüfung“. Derzeit verhandeln die Betriebsräte über die Bedingungen für den Umbau der einzelnen Werke. Von den rund 60.000 Stellen In Deutschland könnte jede fünfte davon betroffen sein. Der Vorstand hofft bis Ende des Jahres auf erste Ergebnisse.

Bisher bekommt Continental die Folgen der nachlassenden Konjunktur vor allem im klassischen Zuliefergeschäft mit Bremssystemen, Bordnetzen und Motorsteuerungen zu spüren – bei Reifen ist die Nachfrage noch vergleichsweise stabil. Im dritten Quartal stieg der Konzernumsatz dank Wechselkurseffekten und Zukäufen um 3 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft schrumpfte jedoch um ein Fünftel auf knapp 615 Millionen Euro. Angesichts der Marktlage habe sich der Konzern gleichwohl „vernünftig entwickelt“, sagte Finanzvorstand Schäfer.

Vorstand: Weitere Abschreibungen nicht nötig

Dass Conti im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht ist, liegt an Wertberichtigungen in der Automotive-Sparte. Der Konzern hatte Ende der Neunzigerjahre begonnen, durch Zukäufe von Elektronikspezialisten wie Siemens VDO sein Portfolio zu erweitern. Weil der Vorstand befürchtet, dass die Flaute in der Autoindustrie über mehrere Jahre anhält, musste der Wert dieser Unternehmenseinheiten in der Bilanz um insgesamt 2,5 Milliarden Euro herabgesetzt werden. Mit weiteren Abschreibungen sei vorerst nicht zu rechnen, sagte Schäfer: „Wir gehen davon aus, dass unsere Bewertungen jetzt für die Zukunft haltbar sind.“

Von Jens Heitmann

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