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Wirtschaft Sparpläne bei Continental: Gewerkschaften pochen auf Jobgarantie
Nachrichten Wirtschaft Sparpläne bei Continental: Gewerkschaften pochen auf Jobgarantie
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07:49 24.08.2019
Eine Continental-Mitarbeiterin in Nürnberg kontrolliert eine Leiterplatte mit Schaltelektronik. Die Belegschaft fordert, dass sich der Konzern an die Jobgarantie hält. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Hannover

Die Arbeitnehmervertreter bei Continental fordern, dass der vom Vorstand des Autozulieferers geplante Sparkurs nicht zulasten der Beschäftigten geht. „Wir haben die Erwartung, dass es nicht zu einem Stellenabbau kommt“, sagte Konzernbetriebsratschef Hasan Allak am Freitag in Hannover. Er gehört der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) an. Auch die IG Metall will eine Schließung von Standorten nicht akzeptieren. „Wir gehen davon aus, dass das gemeinsame Verständnis trägt, den anstehenden Wandel sozialverträglich zu gestalten“, sagte der für Continental zuständige Unternehmensbeauftragte der Gewerkschaft, Ralf Schamel.

Seit der Conti-Vorstand Anfang August einen Sparkurs angekündigt hat, wächst im Konzern die Unruhe. Vor allem in süddeutschen Werken des Geschäftsbereichs Automotive Group könnten bis zu 4000 Stellen auf der Kippe stehen, hieß es in Betriebsratskreisen. In der Antriebssparte Powertrain stehen dem Vernehmen nach weltweit neun von 32 Standorten zur Disposition. Auch deutsche Werke könnten vor dem Aus stehen – obwohl sich der Conti-Vorstand und die Gewerkschaften im April 2018 auf eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie für die rund 12 000 Mitarbeiter der Sparte in Deutschland verständigt haben.

Konzern soll sich an „Geist des Vertrages“ halten

Der Konzern und die Gewerkschaften interpretieren diese Zusage unterschiedlich. Nach Angaben des Unternehmens gilt die Garantie nur für die Schritte zur Verselbstständigung der Powertrain-Sparte im Vorfeld des geplanten Börsengangs – nicht aber für „sonstige Maßnahmen zum Erhalt oder zur Wiedergewinnung von Wettbewerbsfähigkeit“. Dies stößt bei der IG Metall auf Widerspruch: „Wir erwarten, dass der Konzern sich an den Geist des Vertrages hält“, betonte Schamel. „Das Eckpunktepapier mit Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung war die Voraussetzung, damit wir der Ausgliederung von Powertrain zustimmen konnten.“

Dies sieht der Konzernbetriebsrat ähnlich. „Unabhängig von dem Eckpunktepapier sind Vorstand und Arbeitnehmervertreter in der Pflicht, die Kollegen in Beschäftigung zu halten“, sagte Allak. Man strebe deshalb zwei Betriebsvereinbarungen an: Zum einen solle ein interner Arbeitsmarkt dafür sorgen, dass Mitarbeiter leichter innerhalb des Unternehmens ihre Stelle wechseln könnten, falls es für sie an einem Standort keine Aufgaben mehr gibt. Zum anderen müsse Continental dafür sorgen, die Beschäftigten rechtzeitig für neue Herausforderungen zu qualifizieren.

Konzernbetriebsrat setzt auf Weiterbildung

Während die Überlegungen zum internen Arbeitsmarkt dem Vernehmen nach schon weit gediehen sind, stocken die Gespräche zur Qualifizierung. „Dieses Rumgeeiere muss jetzt ein Ende haben“, sagte Allak. Ein Stolperstein ist offenbar die Forderung des Vorstands, dass die Beschäftigten für die Fortbildungen einen Teil ihrer Freizeit opfern sollen – die Rede ist von bis zu 120 Stunden im Jahr. Continental brauche die Bereitschaft der Mitarbeiter, „Zeit außerhalb der Arbeitszeit für ihre eigene Qualifizierung zu investieren“, sagte ein Konzernsprecher. „Dies ist der Schlüssel für unsere Zukunftsfähigkeit.“ Dagegen wehrt sich jedoch die IG Metall. „Ein Co-Investment in Form eines pauschalen Stundenabzugs schließen wir aus“, sagte der Gewerkschafter Schamel.

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Von Jens Heitmann

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