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Wirtschaft Conti nimmt den Fuß vom Gas
Nachrichten Wirtschaft Conti nimmt den Fuß vom Gas
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22:08 05.03.2012
Von Lars Ruzic
„Vorsichtig optimistisch“: Conti-Chef Elmar Degenhart will 2012 die Rekordwerte des vergangenen Jahres übertreffen.
„Vorsichtig optimistisch“: Conti-Chef Elmar Degenhart will 2012 die Rekordwerte des vergangenen Jahres übertreffen. Quelle: Surrey
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Hannover

Mit einem angepeilten Umsatzplus von 5 Prozent auf dann 32 Milliarden Euro werde man aber immer noch besser abschneiden als der Gesamtmarkt, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart bei der Bilanzvorlage in Hannover. „Wir sind gut gestartet und blicken mit vorsichtigem Optimismus auf das neue Geschäftsjahr.“

Dabei wird der Autozulieferer 2012 mehr als 2 Milliarden Euro in neue Projekte investieren. Dahinter verbirgt sich vor allem das Expansionsprogramm für den Bau neuer Reifenfabriken weltweit. Der zweite Profiteur ist die Sparte Powertrain, die Komponenten rund um den Antriebsstrang im Auto fertigt. Die Division wachse derzeit doppelt so schnell wie die meisten anderen Conti-Sparten und habe 2011 operativ erstmals schwarze Zahlen geschrieben, sagte Degenhart. Er erwartet, dass das einst mit dem Kauf von Siemens-VDO erworbene Sorgenkind Ende 2014 das im Konzern übliche Renditeniveau erreichen wird.

Trotz Investitionsoffensive und geplanter Dividende von 1,50 Euro je Aktie wollen die Hannoveraner ihre Schulden weiter drücken. Sie sollen um gut 300 Millionen Euro auf 6,5 Milliarden Euro sinken. Zum Jahresende war der Schuldenberg erstmals seit dem VDO-Kauf 2007 kleiner als das Eigenkapital. Finanzchef Wolfgang Schäfer geht deshalb davon aus, dass Conti noch in diesem Jahr seinen Ramschstatus bei den Ratingagenturen verlieren wird – zumal der Konzern seine 2011 erreichte Profitabilität halten will.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen gleich mehrere Schallmauern durchbrochen: Erstmals stieg der Umsatz über 30 Milliarden Euro (plus 17 Prozent). Das operative Ergebnis (Ebit) wuchs doppelt so schnell auf 2,6 Milliarden Euro; das entspricht einer Marge von 8,5 (Vorjahr: 7,4) Prozent. Den Löwenanteil dazu trugen erneut die Pkw-Reifen bei, die erstmals mehr als eine Milliarde Euro Ebit erwirtschafteten. Dass dies trotz kräftig gestiegener Rohstoffkosten möglich war, verdankt die Sparte mehreren Preiserhöhungen. Damit ließen sich allerdings nicht alle Mehrbelastungen auffangen. Die Gewinnmarge sank um 1,6 Punkte auf immer noch auskömmliche 15,5 Prozent.

Nach einer Entspannung beim Naturkautschuk rechnet Degenhart für 2012 nur noch bei synthetischem Kautschuk mit einer Mehrbelastung. Sie dürfte etwa 100 Millionen Euro betragen. Ein Jahr der Preisrunden wie 2011 muss der Reifenkunde also 2012 nicht befürchten. Den Konzern trifft dagegen die Verteuerung bei seltenen Erden. Hier sei von Mehrkosten in Höhe von 150 Millionen Euro auszugehen, erklärte Degenhart. Insgesamt steuerte die Gummi-Gruppe (Reifen und ContiTech) 1,6 Milliarden Euro zum operativen Ergebnis bei. Eine Milliarde kam aus dem Zuliefergeschäft, das neben Powertrain auch die Sicherheits- und Multimediatechnologien umfasst. Das Mitarbeiterplus von gut 16 000 auf 164 000 Beschäftigte teilen sich beide Gruppen. Personalchefin Elke Strathmann rechnet damit, dass auch 2012 „mehrere Tausend“ Jobs im Konzern entstehen werden.

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Lars Ruzic 01.03.2012
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