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Wirtschaft Concordia sieht 
Schwund gestoppt
Nachrichten Wirtschaft Concordia sieht 
Schwund gestoppt
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21:27 22.06.2009
Von Albrecht Scheuermann
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Heiner Feldhaus Quelle: Handout
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Pro Monat wachse der Bestand um etwa 500 Verträge. Dabei dürfte dem Versicherer zugute kommen, dass er neuerdings wie bereits etliche Konkurrenten einen vergleichsweise preisgünstigen Tarif anbietet, der den Kunden bei Reparaturen aber an bestimmte Werkstätten bindet.

Feldhaus unterstrich jedoch, dass dies Angebot weiter nur eine Nebenrolle spielen soll. „Leistungsreduzierte Billigprodukte … sind bei der Concordia nicht vordergründig Gegenstand der Geschäftsstrategie“, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Geschäft um jeden Preis gab es bei der Concordia nie und wird es auch in Zukunft nicht geben.“

Vergangenes Jahr hatte die Concordia, wie schon in den Jahren zuvor, im Autogeschäft schmerzhafte Abgänge verzeichnet. Der Vertragsbestand an Kfz-Haftpflichtverträgen rutschte um gut 44 000 auf 645 000 Stück, die Bruttoprämieneinnahmen im Kfz-Geschäft sanken um 13 Prozent auf 166,5 Millionen Euro. Feldhaus hob jedoch hervor, dass die Sparte nach wie vor Überschüsse abwerfe, was im Markt derzeit nur selten der Fall sein dürfte.

Insgesamt sieht der Concordia-Chef die Geschäftsentwicklung 2008 positiv. Besonders erfolgreich schlug sich im vergangenen Jahr die polnische Tochter Concordia Polska mit einem Anstieg der Prämieneinnahmen um rund 50 Prozent. Bei der Concordia Kranken wuchsen die Prämien um fast 10 Prozent, die Rechtsschutz-Tochter kam auf ein Plus von 4,4 Prozent. Die beiden Lebensversicherer der Gruppe konnten ihre Beiträge leicht steigern, während die Mutter Concordia wegen der Einbußen im Autogeschäft einen Minus von 6,4 Prozent verzeichnete. Insgesamt kam die Gruppe auf Einnahmen von 644 Millionen Euro, etwa ein Prozent weniger als 2007. Der Konzerngewinn nach Steuern habe mit 14,75 (Vorjahr: 18,5) Millionen Euro sogar leicht über Plan gelegen, berichtete der Unternehmenschef.

Angesichts der Finanzkrise gab er sich auch mit dem Kapitalanlageergebnis zufrieden. „Die Concordia ist im globalen Unwetter nass geworden, aber nicht untergegangen“, sagte er. Insgesamt sank der Anlagegewinn im Konzern vergangenes Jahr auf 85 Millionen Euro nach 101 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettorendite der mit 2,3 Milliarden Euro ausgewiesenen Kapitalanlagen wird mit 3,8 Prozent angegeben. Feldhaus hob hervor, dass die Concordia nicht von den Bilanzierungsspielräumen Gebrauch gemacht habe, um ihr Ergebnis zu schönen. Aufgrund der konservativen Anlagestrategie hätten sich die Wertberichtigungen in Grenzen gehalten.

Für das laufenden Jahr gab er keine konkrete Prognose ab. „Oberstes Ziel der Concordia ist weiterhin, einen verlässlichen Ertrag zu erwirtschaften, um somit die Eigenständigkeit der Unternehmensgruppe zu gewährleisten.“ Die Concordia, vor 145 Jahren in Hoya als Feuerversicherung für die Landwirtschaft gegründet, hat als sogenannter Gegenseitigkeitsversicherer keine Kapitaleigner. Sie muss folglich keine Dividende zahlen, kann aber auch keine Kapitalquellen außerhalb des Unternehmens anzapfen.

Carola Böse-Fischer 22.06.2009