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Wirtschaft IT-Aufschwung kommt verspätet
Nachrichten Wirtschaft IT-Aufschwung kommt verspätet
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09:23 10.03.2014
Von Stefan Winter
Enttäuschend endete das vergangene Jahr bei den IT-Dienstleistungen.
Enttäuschend endete das vergangene Jahr bei den IT-Dienstleistungen. Quelle: dpa
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Hannover

Die IT-Branche will die Enttäuschung des vergangenen Jahres vergessen machen. In diesem Jahr werde in Deutschland ein Wachstum von 1,7 Prozent auf 153,4 Milliarden Euro erwartet, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf im Vorfeld der CeBIT in Hannover. Ähnlich war die Prognose allerdings auch vor einem Jahr ausgefallen, und dann endete das Jahr mit einem Rückgang um 0,5 Prozent.

Ein Grund sei die Schwäche in der Unterhaltungselektronik gewesen. Hier sei dank neuer Spielkonsolen und einer Fußball-WM, die meist den Geräteverkauf antreibt, Besserung in Sicht: 1,2 Prozent Wachstum werden erwartet. Die IT-Hardware wird dagegen nach einem Rückgang im vergangenen Jahr stagnieren: Der Boom bei Tablets geht zulasten der klassischen Computer.

Enttäuschend endete das vergangene Jahr bei den IT-Dienstleistungen, wo die neuen Cloud-Services das Geschäft ankurbeln sollten. „Da hatten wir uns etwas mehr erhofft“, sagte Kempf. Der NSA-Skandal habe offenbar Firmen davon abgehalten, ihre Daten den neuen internetbasierten Diensten, der Datenwolke, anzuvertrauen. Die Bedenken will die Branche auf der CeBIT unter dem Motto „Datability“ zerstreuen. Sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit Daten sind das Kernthema der Messe. So soll sich das Wachstum bei IT-Dienstleistungen in diesem Jahr auf mehr als 3 Prozent verdoppeln.

Besonders profitieren will davon die Deutsche Telekom, die eine „Mittelstandsoffensive“ startete. Die Erfahrungen der Konzerntochter T-Systems sollten auch für kleinere Unternehmen genutzt werden, kündigte der Chef des Deutschland-Geschäfts, Niek Jan van Damme, an. Bis 2018 will der Konzern mit Informationstechnik für Mittelständler 600 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz machen. Helfen soll dabei ein Netz von 30 Systemhäusern. Als Beispiel nannte van Damme „DeutschlandLAN“, wo Mobilfunk, Festnetz und Internet zusammengeführt werden.

Damit reagiert die Telekom auch auf den Schwund im traditionellen Geschäft: Der Umsatz mit Telefondiensten wird nach Bitkom-Schätzung in diesem Jahr um rund 7 Prozent schrumpfen. Das kann auch das Wachstum bei Datendiensten nicht ganz ausgleichen. Kunden profitierten von sinkenden Tarifen, sagte Bitkom-Präsident Kempf, die Anbieter jedoch hätten damit zu kämpfen. Deshalb forderte er politische Unterstützung bei den Investitionen in Breitbandnetze. Nicht jeder Winkel des Landes könne nach marktwirtschaftlichen Regeln erschlossen werden.

10.03.2014
09.03.2014
Stefan Winter 09.03.2014