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Wirtschaft Commerzbank macht nach zwei Jahren wieder Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Commerzbank macht nach zwei Jahren wieder Gewinn
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11:21 06.05.2010
Die Commerzbank ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.
Die Commerzbank ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Quelle: ap
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Ein starkes Firmenkundengeschäft und die Erholung der Märkte haben die Commerzbank nach zwei Jahren wieder in die Gewinnzone getragen. Mit den am Donnerstag vorgelegten Zahlen für das erste Quartal 2010 übertraf der vom Staat gestützte Dax-Konzern die positiven Erwartungen von Analysten sogar noch. Doch das Management dämpfte den Optimismus für das Gesamtjahr: Noch ist die Mammutaufgabe, die Dresdner Bank zu integrieren, nicht endgültig gestemmt, noch ist der Markt voller Risiken - siehe Griechenland.

Die Commerzbank hat in griechische Staatsanleihen 3,1 Milliarden Euro investiert. Doch das ist nur ein Bruchteil des 26,5 Milliarden Euro schweren Staatsfinanzierungsportfolios der Commerzbank in den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien), die gigantische Schuldenberge aufgehäuft haben: In Italien sind es 10,7 Milliarden Euro, in Spanien 9,8 Milliarden, in Portugal 1,9 Milliarden, in Irland 1,0 Milliarden. Schuldner im Staatsfinanzierungsgeschäft sind Staaten, Bundesländer, Städte und Gemeinden, aber auch Banken.

Das Umfeld sei weiter fragil, Rückschläge nicht auszuschließen. Das zeige nicht zuletzt die aktuelle Krise in Griechenland. „Wir sind noch nicht am Ziel“, räumte Vorstandschef Martin Blessing in einer Mitteilung ein. Doch das Ergebnis zeige, dass das Institut auf dem richtigen Weg sei. Im Gesamtjahr 2010 erwartet das Management nach wie vor nur Gewinn, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen. Spätestens 2011 will die Commerzbank in einem Gesamtjahr im Konzern wieder Gewinn machen.

In den ersten drei Monaten - traditionell das stärkste Vierteljahr für Banken - belief sich das Vorsteuerergebnis auf plus 771 (Vorjahresquartal: minus 884) Millionen Euro. Unter dem Strich standen 708 (minus 864) Millionen Euro. Das letzte positive Quartal vor Steuern war nach pro-forma-Zahlen inklusive Dresdner Bank das erste Quartal 2008 (plus 446 Mio Euro), den letzten Gewinn nach Steuern auf Quartalsbasis verbuchte der Konzern von April bis Ende Juni 2008 (190 Mio Euro).

Dazu beigetragen habe ein sehr starkes Firmenkundengeschäft und ein sehr gutes Ergebnis im Investmentbanking. Das Privatkundengeschäft sei solide gelaufen, sagte Finanzvorstand Eric Strutz. „Insgesamt ist das erste Quartal 2010 besser gelaufen als ursprünglich angenommen“, stellte Strutz fest, warnte aber zugleich: „Man kann ein gutes erstes Quartal nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen.“ Einen Verlust für 2010 wollte der Finanzvorstand bislang nicht ausschließen, zur Entwicklung in Gesamtjahr will er sich erst bei den Halbjahreszahlen im August wieder äußern.

Die wichtigen Geschäftsfelder Privatkunden, Mittelstandsbank, Osteuropageschäft und Investmentbanking präsentierten sich zum Jahresauftakt im grünen Bereich. Eine niedrigere Risikovorsorge und ein positives Handelsergebnis trugen zu der positiven Entwicklung bei. Der Provisionsüberschuss stieg um 16 Prozent auf 983 Millionen Euro. Wesentlicher Grund seien „zunehmende Wertpapieraktivitäten der Commerzbank-Kunden“. Davon habe auch das Handelsergebnis profitiert, das binnen Jahresfrist von minus 527 Millionen Euro auf plus 850 Millionen Euro schnellte. Auch der April sei ein „guter Monat“ für das Handelsgeschäft gewesen, sagte Strutz.

Probleme macht der Commerzbank weiterhin die Schiffsfinanzierung und das gewerbliche Immobiliengeschäft, vor allem in den USA. In diesen Segmenten blieb die Bank in der Verlustzone. Für faule Kredite wurden insgesamt 644 (Vorjahresquartal: 844) Millionen Euro zurückgelegt. Der Rückgang spiegele aber die „verbesserte wirtschaftliche Situation vieler Commerzbank-Kunden“.

Außerdem gingen die Belastungen aus der Dresdner-Integration deutlich zurück. Strutz rechnete vor, die Kostenersparnis aus der Fusion werde bis Ende dieses Jahres mit gut 1,1 Milliarden Euro leicht über Plan liegen.

dpa