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Wirtschaft Chinesen investieren 100 Millionen Euro am Jade-Weser-Port
Nachrichten Wirtschaft Chinesen investieren 100 Millionen Euro am Jade-Weser-Port
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20:56 21.02.2020
Bisher nicht ausgelastet: Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Wilhelmshaven/Hannover

Das Unternehmen China Logistics will rund 100 Millionen Euro im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven investieren. Bis zum Jahr 2021 solle auf einer rund 20 Hektar großen Fläche an dem Tiefwasserhafen ein Umschlagplatz für chinesische Waren entstehen, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) bezeichnete den Deal als „einen großartigen Erfolg, der die internationale Bedeutung des maritimen Standorts Niedersachsen unterstreicht“.

Jahrelange Verhandlungen

Der Jade-Weser-Port wurde 2013 fertiggestellt. Große Frachtschiffe können dort unabhängig von den Gezeiten anlegen – doch der Hafen ist bei Weitem nicht ausgelastet. Im vergangenen Jahr hat sich der Güterumschlag dort um 2,5 Prozent auf 639 000 Standardcontainer (TEU) verringert. Ausgelegt ist der Hafen für einen Jahresumschlag von 2,7 Millionen TEU.

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Die Vermarktungsgesellschaft suchte deshalb nach Großinvestoren – und erzielte nun nach fünfeinhalb Jahren Verhandlung eine Einigung mit der chinesischen Logistikfirma. Dies sei die erste Investition von China Logistics in Europa, erklärte der Geschäftsführer der Marketingfirma für den Container-Terminal Wilhelmshaven, Andreas Bullwinkel. In dem Logistikzentrum sollen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vor allem Güter für die Automobilindustrie befördert werden, aber etwa auch Steinwaren für Baumärkte, Lebensmittel und Konsumgüter. Langfristig peile China Logistics einen Jahresumschlag von 100 000 TEU an.

„Projekt mit Signalwirkung“

Ende dieses Jahres wollen die Chinesen mit den Bauarbeiten für das Logistikzentrum beginnen. Neun Monate später soll es den Planungen zufolge als „China Logistics-Wilhelmshaven-Hub“ den Betrieb aufnehmen. Dann sollen zunächst 100 Arbeitskräfte in dem Hub arbeiten. Später kämen 250 weitere Stellen dazu, hieß es.

China Logistics ist eine Tochter des Staatsunternehmens China Chengtong Holding Group (CCT). Diese hält wiederum Minderheitsanteile an der Reederei Cosco Shipping Lines – einer der größten Reedereien der Welt. Minister Althusmann erhofft sich von dem Vertragsabschluss eine Art Startschuss für andere Investoren im Jade-Weser-Port: „Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung eine Signalwirkung für weitere Ansiedlungen haben wird“, sagte er. Der Hafen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Niedersachsen und Bremen.

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