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Wirtschaft Boeing 737 Max: Flugverbot kostet Tui 300 Millionen Euro
Nachrichten Wirtschaft Boeing 737 Max: Flugverbot kostet Tui 300 Millionen Euro
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00:18 06.06.2019
Die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max bereiten dem Tui-Konzern Probleme. Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa
Hannover/Frankfurt

Das Startverbot für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max in weiten Teilen der Welt wird die Bilanz des Reisekonzerns Tui stärker belasten, als das Unternehmen gehofft hatte. Für den Fall, dass die Flugzeuge bis zum Ende der Sommersaison nicht mehr abheben können, hatte der Konzern einen Einbruch des operativen Gewinns um 300 Millionen Euro vorhergesagt. „Dieses Szenario tritt jetzt ein“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Hannover. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) werde im Geschäftsjahr 2018/2019 auf rund eine Milliarde Euro schrumpfen. Dies wäre ein Minus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach zwei Flugzeugabstürzen hatten Luftfahrtbehörden im März entschieden, dass Maschinen dieses Typs am Boden bleiben müssen. Die Tui ist mit 15 Flugzeugen in ihrer Flotte der größte Boeing-737-Max-Kunde in Europa. Vorstandschef Friedrich Joussen hatte die Hoffnung, dass die Aufsichtsbehörden bis Ende Mai grünes Licht für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs geben würden. Da sich diese Erwartung zerschlagen hat, musste der Konzern Mietverträge für Ersatzmaschinen vorerst bis Ende September verlängern. An der Börse ist der Kurs der Tui-Aktie derweil erneut unter Druck geraten. Zum Wochenbeginn wurde erstmals seit 2013 die Marke von 8 Euro nach unten durchbrochen.

Probleme bei Tragflächen von Boeing-Flugzeugen

Unterdessen reißt die Pannenserie bei Boeing nicht ab. Das Unternehmen musste jetzt auch noch einräumen, dass an Tragflächen von Flugzeugen möglicherweise fehlerhafte Teile verbaut worden seien. Es müssten die Flügel von 312 Maschinen untersucht werden, um Schäden während des Flugs zu verhindern, teilte der Konzern mit. Ein Zulieferer von Boeing habe Teile geliefert, die die Anforderungen an Festigkeit und Haltbarkeit nicht erfüllten, hieß es bei der amerikanischen Luftfahrtaufsicht FAA.

Es handelt sich um insgesamt 148 verschiedene Komponenten für sogenannte Leading Edge Slats – das ist eine Konstruktion an der Vorderkante des Flügels, die von Piloten beim Starten, Landen und bei Manövern während des Flugs ausgefahren wird, um die Maschine zu stabilisieren. Nach Angaben der FAA hat Boeing zehn Tage Zeit, um die Bauteile auszutauschen. Zugleich betonten die Experten der Aufsichtsbehörde, dass ein Versagen der Leading Edge Slats nicht zum Absturz einer Maschine führen könne. Die Bauteile wurden weltweit bei 133 Jets der älteren Baureihe Next Generation und bei 179 Flugzeugen des neuesten Typs Max verwendet.

Aserbaidschan storniert Bestellung

Unterdessen hat Azerbaijan Airlines eine Bestellung von zehn Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max storniert. Gleichzeitig wird jedoch über einen neuen Vertrag mit einem späteren Auslieferungstermin verhandelt. Die Fluggesellschaft des öl- und gasreichen Staates Aserbaidschan begründete den Aufschub am Montag mit Sicherheitsbedenken, wie das Unternehmen der russischen Agentur Interfax mitteilte.

Die Maschinen sollten eigentlich in diesem Jahr ausgeliefert werden. Nun führe man mit Boeing Gespräche über eine Lieferung in fünf Jahren, hieß es in einer Erklärung vom Nachmittag. Azerbaijan Airlines hat nach eigenen Angaben bereits eine Anzahlung geleistet. Der vor rund zwei Jahren unterzeichnete Vertrag mit dem US-Konzern habe einen Wert von einer Milliarde Dollar (900 Millionen Euro), hieß es. Derzeit liefen auch Verhandlungen über den Kauf neuer Großraumflugzeuge.

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Kommentar: Teure Erkenntnis

Von Jens Heitmann und Frank-Thomas Wenzel

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