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Wirtschaft Billig-Kaufhauskette Woolworth beantragt Insolvenz
Nachrichten Wirtschaft Billig-Kaufhauskette Woolworth beantragt Insolvenz
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21:48 14.04.2009
Woolworth-Insolvenz: Knapp 11.000 Mitarbeiter sind in Deutschland betroffen. Quelle: Martin Steiner
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Von dem Schritt sind knapp 11.000 Beschäftigte betroffen.

Das Unternehmen habe die Entscheidung mit drohender Zahlungsunfähigkeit begründet, sagte der Gerichtssprecher. Woolworth sei in einem „sehr frühen Stadium“ einer möglichen Insolvenz, sagte der Gerichtssprecher. Zwar drohe dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit, tatsächlich eingetreten sei sie jedoch noch nicht. Das Gericht haben den erfahrenen Insolvenzexperten und Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

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Hermann prüfe jetzt, welche Schulden die Billig-Kaufhauskette habe und wer die Gläubiger sind, sagte der Gerichtssprecher. Danach bewerte der vorläufige Insolvenzverwalter in einem schriftlichen Gutachten, ob die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für Woolworth tatsächlich nötig ist.

Auf Grundlage dieses Gutachtens entscheide dann das zuständige Insolvenzgericht „zu einem späteren Zeitpunkt“ über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, teilte das Amtsgericht mit. Rechtsanwalt Hermann wurde bereits in der vergangenen Woche zum Insolvenzverwalter für den angeschlagenen Cabrio-Hersteller Karmann bestellt.

Woolworth betreibt seit 1926 Kaufhäuser in Deutschland. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen derzeit 330 Filialen in Deutschland und Österreich. Seit 1998 ist das Unternehmen unabhängig von seinem US-Mutterkonzern, der mittlerweile nicht mehr existiert. 2007 wurde die deutsche Woolworth vom britischen Finanzinvestor Argyll Partners übernommen.

Das britische Schwesterunternehmen Woolworths hatte bereits Ende 2008 Insolvenz angemeldet und schloss all seine Filialen zum Jahreswechsel. Betroffen davon waren 27.000 Beschäftigte und Leiharbeiter.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat schon zahlreiche Traditionsunternehmen in Schwierigkeiten gebracht. So mussten unter anderem der Modelleisenbahnhersteller Märklin oder die Unterwäschefirma Schiesser Insolvenz anmelden. Experten zufolge gehen aber vor allem solche Unternehmen pleite, die schon vor Ausbruch der Krise mit Problemen zu kämpfen hatten.

afp