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Wirtschaft Die Zahl der Gratiskonten sinkt
Nachrichten Wirtschaft Die Zahl der Gratiskonten sinkt
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20:54 20.08.2019
Die Nutzung des Kontos wird oftmals teurer. Banken verlangen mehr Geld für ihren Service. Quelle: Foto: Fabian Sommer/dpa
Frankfurt/Hannover

Trotz der Zinsflaute gibt es immer noch Geldinstitute, die kostenlose Girokonten anbieten. Einer Auswertung der Zeitschrift „Finanztest“ zufolge sind 22 von rund 290 Kontomodellen gratis. Voraussetzung ist, dass Kunden das Konto online führen und als Gehalts- oder Rentenkonto nutzen. „Weitere 69 Girokonten sind mit Preisen von maximal 60 Euro pro Jahr noch recht günstig“, heißt es in der Septemberausgabe von „Finanztest“. Insgesamt hat die Stiftung Warentest die Angebote von 122 Banken und Sparkassen untersucht.

Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 boten die Geldhäuser noch deutlich mehr kostenlose Girokonten an. „Sie dienten in erster Linie der Kundengewinnung“, erklärt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest. „Denn wenn der Kunde als einziges Produkt nur ein kostenloses Girokonto hat, kann sich das nicht rechnen.“ Inzwischen setzen Niedrigzinsen und die Kosten wegen einer strengeren Regulierung die Institute unter Druck. Sie müssen sparen, und viele Banken und Sparkassen verlangen mehr Gebühren. Die Zahl der Filialen hat sich nach Angaben der Bundesbank im vergangenen Jahr um 2239 auf 27 887 Zweigstellen verringert. „Der Betrieb von Filialen ist teuer“, sagt Pallasch. „Es ist daher im Interesse der Institute, wenn die Kunden ihre Bankgeschäfte online selbst erledigen.“

Banken drehen an Gebührenschraube

Geschraubt werde derzeit vor allem an den Gebühren für Überweisungen in Papierform und beim Telefonservice, heißt es bei der Stiftung Warentest. Bis zu 4,90 Euro könne eine Überweisung auf Papier im Einzelfall kosten. Wer als Inhaber eines Onlinekontos mit einem Kundenberater telefonieren will, wird mitunter mit bis zu 3,50 Euro je Telefonat zur Kasse gebeten. Ins Geld gehen kann bei einigen Online- und Direktbanken auch der Einsatz der Girocard (EC-Karte) zum Geldabheben. Gebührenfreies Bargeld gibt es bei manchen Geldinstituten nur, wenn die Kreditkarte zum Einsatz kommt.

Einige Banken verlangen bereits Strafzinsen von Privatkunden für besonders hohe Guthaben auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto. Künftig könnte es mehr Verbraucher treffen: Sollten Europas Währungshüter die Zinsen noch weiter senken und nicht gegensteuern, führe auf breiter Front kein Weg daran vorbei, Geld für das Aufbewahren von Guthaben zu verlangen, warnte jüngst der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbands, Peter Schneider. Banken und Sparkassen müssen derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Europäischen Zentralbank Geld parken. Allein die deutschen Geldhäuser kostet dies rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr.

Ab 60 Euro im Jahr lohnt sich ein Wechsel

Wer als Kunde unnötige Gebühren vermeiden will, muss intensiv die Preise vergleichen – angesichts der Vielzahl der Gebührenmodelle ist das keine leichte Aufgabe. Die seit 2018 vorgeschriebenen jährlichen Entgeltinformationen bieten dafür nach Einschätzung der Warentester eine gute Basis: „Die Informationen sind transparent und gut zu finden.“ Die Stiftung rät Kunden zu einem Wechsel der Bank, wenn sie mehr als 60 Euro im Jahr für die Nutzung ihres Kontos bezahlen. Die Zahl der Filialbanken mit einem Gratisgirokonto ist überschaubar. Dazu zählen etwa die Targobank, die Commerzbank und die Postbank, die für diese Leistung aber einen monatlichen Mindesteingang zwischen 600 und 3000 Euro fordern.

Sparda-Bank liegt in Hannover vorn

In der Region Hannover bieten laut „Finanztest“ die Sparda-Bank, die Hannoversche Volksbank und die PSD Nord die günstigsten Konditionen. Ein von den Verbraucherschützern für ihren Vergleich angenommener Modellkunde komme beim „Direct“-Konto der Sparda-Bank auf Kosten von 36 Euro im Jahr. Für das „Aktivkonto“ der Volksbank würden 42 Euro fällig und für das „GiroDirekt-Online“ der PSD knapp 59 Euro.

Bei der Sparkasse Hannover sei es deutlich teurer, erklärt „Finanztest“. Für das „Giro-Best“-Konto müsse ein Durchschnittskunde 84 Euro im Jahr zahlen, das Angebot „Giro Smart“ schlage mit etwa 167 Euro zu Buche. Bei Letzterem liegt die Kontoführungsgebühr mit 3,50 Euro im Monat vergleichsweise niedrig, dafür fallen aber für Überweisungen und Buchungen weitere Gebühren an.

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