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Wirtschaft Bahn attackiert GDL - Branchentarif wird besiegelt
Nachrichten Wirtschaft Bahn attackiert GDL - Branchentarif wird besiegelt
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14:20 13.02.2011
Quelle: dpa
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Angesichts nahender Warnstreiks hat die Deutsche Bahn (DB) den Eskalationskurs der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert. „Es gibt keinen sachlichen Grund, die DB und ihre Kunden zu bestreiken“, heißt es in einem Schreiben von Personalvorstand Ulrich Weber an GDL-Chef Claus Weselsky.

In „sehr weit gediehenen Tarifverhandlungen“ seien Forderungen der GDL bereits vielfach erfüllt. Dass sie die Gespräche dennoch für gescheitert erklärt habe, lasse nur den Schluss auf taktische Gründe zu. „Das ist besonders mit Blick auf unsere Kunden nicht akzeptabel und angesichts der Verhandlungsfortschritte ein Affront.“ Mit der größten Gewerkschaft EVG unterzeichnen DB und sechs Privatbahnen an diesem Montag einen Branchentarifvertrag für den Nahverkehr.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Warnstreiks beschlossen, zu denen nach einem Protesttag am kommenden Mittwoch aufgerufen werden soll. Über Orte und Zeiten will sie „rechtzeitig vorher“ informieren. Die GDL strebt einen eigenen Rahmenvertrag an, der einheitliche Standards für 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr festschreiben soll. Verhandlungen mit der bundeseigenen DB sowie den sechs Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn hatte sie für gescheitert erklärt.

DB-Manager Weber hielt der GDL eine „Verweigerungshaltung“ vor. Forderungen nach Einkommensverbesserungen von insgesamt fünf Prozent seien schon erfüllt. Dies gelte etwa auch für Schutzregeln bei Wechseln, wenn ein anderer Betreiber eine Ausschreibung für ein Verkehrsangebot gewinnt. Mit dem monatelangen Tarifkampf 2007/2008, als die GDL einen eigenen Lokführertarifvertrag bei der DB erzwang, habe die jetzige Auseinandersetzung nichts zu tun. „Es liegt zwar nahe, dass Sie die damaligen Vorgänge als Vorwand zur Mobilisierung ihrer Mitglieder nutzen“, schrieb Weber. „Dennoch ist der Vergleich abwegig.“ Die Bahn habe Bereitschaft zu einem Rahmentarifvertrag von vornherein signalisiert. „Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit.“

Ungeachtet des Konflikts mit der GDL wird am Montag der erste Branchentarifvertrag für den Schienennahverkehr in Deutschland unterzeichnet. Die DB und die privaten Konkurrenten hatten sich Mitte Januar mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) darauf geeinigt. Das Regelwerk, das der frühere SPD-Fraktionschef Peter Struck als Schlichter herbeigeführt hatte, gilt für rund 31 000 Beschäftigte. Es soll einen Wettbewerb über die Lohnkosten künftig verhindern.

dpa

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