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Wirtschaft Sitech-Standort in Hannover gefährdet?
Nachrichten Wirtschaft Sitech-Standort in Hannover gefährdet?
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19:50 20.12.2019
Sitech-Mitarbeiter haben am Freitag in Hannover-Stöcken für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Der hannoversche Standort des Autositzherstellers Sitech ist offenbar in seiner Existenz gefährdet. Nachdem das Werk den Auftrag für die Ausstattung des Elektrobullis ID Buzz nicht erhalten hat, wackelt dem Vernehmen nach auch die bereits sicher geglaubte Produktion für den neuen VW-Bus T7. Nach HAZ-Informationen hatten sich Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) und Sitech auf einen Preis von 373 Euro je Sitz verständigt – durch die geringere Auslastung nach dem Ausbleiben des ID-Buzz-Auftrags sei dieser Preis aber nicht mehr zu halten, verlautete am Freitag aus Firmenkreisen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Sitech ist eine hundertprozentige VW-Tochter, die mit rund 5400 Beschäftigten an sieben Standorten in Deutschland, Polen und China Fahrzeugsitze für die Marken des Konzerns produziert. Seit 2007 fertigt die Firma auch für VWN. Bisher habe Sitech die Aufträge ohne Ausschreibung bekommen, hieß es. Beim ID Buzz musste man sich erstmals der Konkurrenz stellen – den Zuschlag erhielt der Wettbewerber Faurecia mit seinem Standort im tschechischen Pilsen. Sitech habe 390 Euro je Sitz gefordert – Faurecia lediglich 280 Euro.

Sitech-Beschäftigte zu Zugeständnissen bereit

Nach Angaben der IG Metall sollen bei Sitech in Stöcken deshalb mehr als 200 der 470 Arbeitsplätze wegfallen. Die Belegschaft sei zu Zugeständnissen bereit, um den Standort Hannover zu retten, sagte Betriebsratschef Rafael Fernandez Solana. „Aber es gibt eine rote Linie: Wir lehnen die Einführung einer 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ab.“

Verhandlungsbereit sei man hingegen bei der Ergebnisbeteiligung. „Wir würden darauf verzichten, wenn die Hälfte der dadurch eingesparten Mittel als Investition in das Werk fließt.“ Damit reagieren die Mitarbeiter auf Klagen aus dem Management über einen relativ hohen Krankenstand. Der Betriebsrat macht dafür vor allem veraltete Produktionsmittel in Hannover verantwortlich.

IG Metall dringt auf Standortsicherung

Die Gewerkschaft fordert Sitech auf, den Standort in Stöcken zu sichern. „Ein Abbau von Beschäftigung bedeutet immer auch ein Abbau von Kaufkraft und Lebensstandard in unserer Region“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hannover, Dirk Schulze, am Freitag bei einer Kundgebung vor 400 Beschäftigten. „Außerdem wird das Logistikrisiko einer Anlieferung aus dem Ausland über die Autobahnen A 2 oder A 7 nicht richtig bewertet.“

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Von Jens Heitmann

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