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Wirtschaft Jedes vierte Unternehmen in Hannover hat noch Lehrstellen frei
Nachrichten Wirtschaft Jedes vierte Unternehmen in Hannover hat noch Lehrstellen frei
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13:04 02.08.2019
Mangelware Azubis: Immer mehr Betriebe haben Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Aber auch viele Bewerber haben noch keine passende Lehrstelle. Quelle: Martin Schutt/dpa
Hannover

Zum traditionellen Start des Ausbildungsjahres Anfang August haben in der Region Hannover nach Angaben der Arbeitsagentur 2775 Bewerber noch keine Stelle, gleichzeitig sind aber auch noch 2562 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover vermeldet, dass jedes vierte Unternehmen seine Ausbildungsplätze nicht voll besetzen kann.

Weniger Schulabgänger, mehr Studenten

Oft passen die Wünsche der Unternehmen und die der Bewerber nicht zusammen. Die Lebensläufe der jungen Menschen sind brüchiger geworden, es sind Studienabbrecher darunter, die gemerkt haben, dass die akademische Karriere nichts für sie ist. Gleichzeitig gibt es bundesweit weniger Schulabgänger, und immer weniger von ihnen entscheiden sich für eine duale Ausbildung. Knapp 60 Prozent der Jugendlichen wollen studieren.

Vermutlich werden 20.000 Ausbildungsplätze in diesem Jahr im Handwerk bundesweit unbesetzt bleiben, befürchtet Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Besondere Nachwuchsprobleme hätten Bäcker, Fleischer, zunehmend aber auch Elektroniker und Anlagemechaniker, Hörakustiker, Kfz-Betriebe und Friseure, berichtet Christine Seeger von der Handwerkskammer Hannover.

Wer wirbt, findet eher Nachwuchskräfte

Ob man einen Azubi finde, liege auch daran, wie sehr die Betriebe öffentlich auf sich aufmerksam machten, sagt Seeger. Viele Unternehmen stellten sich auf Messen, in Schulen und in den sozialen Netzwerken vor oder sie hätten sich einen guten Ruf in der unmittelbaren Nachbarschaft erarbeitet und würden weiterempfohlen.

Entscheidend sei auch das Image eines Berufs, schreibt das Bundesinstitut für Berufsbildung. Laut einer noch laufenden Studie der Technischen Universität Braunschweig sind Fachinformatiker und Mechatroniker die beliebtesten Ausbildungsberufe, gefolgt von Industriekaufleuten, Kfz-Mechatronikern und Elektronikern, vergleichsweise unbeliebt seien Fachkraft für Lagerlogistik, Fachverkäufer in der Lebensmittelbranche und Köche. Für die Studie sind deutschlandweit 9000 Personen befragt worden, die älter als 15 Jahre sind.

Ausbildungsstart zieht sich bis in den Herbst

Zurzeit gebe es noch freie Stellen im Handel, in der Logistik und in der IT-Branche, aber auch in der Metall- und Elektrotechnik, vermeldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Laut Arbeitsamt gibt es offene Stellen für angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Kaufleute im Büromanagement, Fachkräfte für Lagerlogistik, Handelsfachwirte, Friseure, Köche und zahnmedizinische Fachangestellte.

Auf der Suche sind Bewerber, die mitunter in genau diesen Branchen ausgebildet werden wollen. Vielleicht ergibt sich für einige doch noch eine Lösung: Denn das Ausbildungsjahr hat zwar begonnen, aber längst nicht für alle. Auch zum 1. September starten inzwischen viele Ausbildungen und viele auch danach, wie die IHK berichtet.

Angesichts der vielen offenen Ausbildungsplätze hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag unversorgte Bewerber dazu aufgerufen, sich nachträglich zu melden. „Im Zweifel kann die Ausbildung auch noch im Oktober starten“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Es gelte dann aber, den Stoff in der Berufsschule nachzuholen.

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Von Saskia Döhner

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