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Wirtschaft Drohnen und Satelliten sind die neuen Helfer des Landwirts
Nachrichten Wirtschaft Drohnen und Satelliten sind die neuen Helfer des Landwirts
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20:08 11.11.2019
Besucher betrachten am Stand von John Deere auf der Landtechnikmesse Agritechnica Traktoren. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hannover

Nach zwei Rekordjahren in Folge rechnet die deutsche Agrartechnikindustrie für 2019 mit einem moderaten Rückgang der Produktion. „Wir sehen aktuell eine konjunkturelle Abkühlung, aber keinen Weltuntergang“, erklärte Bernd Scherer, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA-Landtechnik, am Montag zu Beginn der Fachmesse Agritechnica in Hannover. Rund 2800 Aussteller präsentieren dort bis zum 16. November ihre Neuheiten. Hierzulande werde der Umsatz der Hersteller um etwa 3 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro sinken. heißt es. In den vergangenen beiden Jahren waren die Erlöse jeweils um 10 Prozent gestiegen.

Keine Trendwende erwartet

Mit Blick auf den Weltmarkt rechnen Konjunkturexperten mit einer Stagnation. Während die Nachfrage nach Landmaschinen in Frankreich und den USA unverändert hoch ist, zeichnet sich in China noch keine Erholung ab: Nach einem Minus von 11 Prozent im Vorjahr erwartet die Branche auch für 2019 keine Trendwende. Die meisten Betriebe dort seien klein, könnten kaum ihre Kosten decken und hingen am staatlichen Subventionstropf, hieß es.

Landwirte wollen investieren

Mittel- und langfristig sei der Wachstumstrend aber intakt. Die Notwendigkeit zur laufenden Modernisierung der Anbaumethoden zwinge die Landwirte zu Investitionen, meinen die Veranstalter der Agritechnica. Lange Zeit sei es für die Bauern nur darum gegangen, ihre Produktivität zu erhöhen, sagte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Hubertus Paetow. Inzwischen müssten die Betriebe neben der Steigerung ihrer Erträge auch andere Ziele im Blick behalten – die Erhaltung der Artenvielfalt etwa oder den Wasserverbrauch. „Wir müssen hier eine Balance finden“, sagte Paetow.

Nachhaltigkeit der Anbautechniken im Fokus

Diese neuen Herausforderungen spiegeln sich auch im Maschinenpark wider: Große Traktoren beispielsweise werden zunehmend mit Bandlaufwerken ausgerüstet, damit sie weniger stark auf den Boden drücken. Weil Landwirte weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen dürfen, fallen etwa mehr Arbeitsgänge mit der Scheibenegge an – dafür müssten die Hersteller Gerätschaften entwickeln, die einerseits effektiv Unkräuter beseitigen, andererseits aber den Humusgehalt des Bodens schonen. „Die Nachhaltigkeit der Anbautechniken rückt immer stärker in den Mittelpunkt“, sagte der Chef des niederländischen Landmaschinenherstellers CNH Industrial.

Erträge bei der Ernte können deutlich steigen

Das Zauberwort der Branche lautet Smart Farming. Nach der Mechanisierung stehe nun die Digitalisierung im Fokus, heißt es auf der Agritechnica. Drohnen, Satelliten, Sensoren und Algorithmen werden zu intelligenten Helfern der Landwirte. Durch den Einsatz ließen sich die Erträge bei der Ernte um bis zu 30 Prozent erhöhen, ohne die Umwelt zusätzlich zu belasten, meinen Berater. Die Weltbevölkerung soll sich bis 2050 im Vergleich zu heute um 25 Prozent auf knapp zehn Milliarden Menschen erhöhen.

Nach Einschätzung der Branche könnte sich der Umsatz mit der vernetzten Landwirtschaftstechnik von aktuell rund 1,8 Milliarden Dollar bis 2023 mehr als verdoppeln. „Das Ziel sollte sein, die Investitionen in solche Innovationen weltweit gleichmäßiger zu verteilen“, sagte der Branchenexperte Wilfried Aulbur von der Unternehmensberatung Roland Berger. „Auch Kleinbauern müssen einen Zugang dazu bekommen.“

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Von Jens Heitmann

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