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Wirtschaft Agravis verkauft jetzt auch Erdgas
Nachrichten Wirtschaft Agravis verkauft jetzt auch Erdgas
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23:06 29.03.2011
Von Carola Böse-Fischer
Gemeinschaftsunternehmen Raiffeisen-Energie startet mit flächendeckendem Vertrieb in Niedersachsen
Gemeinschaftsunternehmen Raiffeisen-Energie startet mit flächendeckendem Vertrieb in Niedersachsen Quelle: dpa
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Der Agrarhändler Agravis Raiffeisen AG will Stadtwerken und großen Energieversorgern wie e.on Konkurrenz machen und in das Geschäft mit Erdgas einsteigen. Noch in dieser Woche geht das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen Raiffeisen-Energie GmbH & Co. KG an den Start, wie Geschäftsführer Torsten Fischer am Dienstag in Hannover ankündigte. Zu gleichen Teilen sind daran Deutschlands zweitgrößter Agrarkonzern und 33 Genossenschaften beteiligt, die wiederum Anteilseigner bei Agravis sind.

Der Einstieg in den Handel mit Gas „ist unsere Antwort auf die Liberalisierung des Marktes für Erdgas, die im Oktober vergangenen Jahres mit den neuen Regelungen der Bundesregierung eine neue Dynamik bekommen hat“, erklärte Fischer, bislang Manager beim Agravis-Konzern mit Sitz in Münster und Hannover. Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, weil jetzt die „erste Welle der Wechselwilligen“ erwartet wird.

Das neue Unternehmen rechnet sich gute Chancen aus, „in diesem hart umkämpften Geschäftsfeld“ der Konkurrenz Marktanteile abzunehmen. Als Pfund sieht man die „hervorragende Kundenbindung in der Fläche“, beispielsweise durch die Raiffeisenmärkte oder Tankstellen auf dem Land, über die unter anderem die Gasverträge angeboten werden sollen. Neben dem Handel mit Getreide, Futter- und Düngemitteln sowie Saatgut und Landtechnik ist Agravis im „klassischen Brennstoffhandel mit Heizöl und Kohlen“ tätig.

Weil dieses Geschäft rückläufig ist, hat Agravis nun den Gashandel für sich entdeckt. Wegen der „schlanken Strukturen“ könne man Kostenvorteile erzielen, von denen die Kunden profitieren sollen. Durch eine einfache Vertragsgestaltung „ohne versteckte Kosten“ und kurze Abwicklungswege komme man „mit geringeren Margen zurecht“, sagte Fischer. Zu den geplanten Preisen wurden keine konkreten Angaben gemacht, weil sie von regionalen Komponenten wie der Durchleitungsgebühr abhängig seien, wie ein Agravis-Sprecher sagte. Aber man werde bei Preisvergleichsportalen im Internet wie Verivox „unter den Top Ten“ zu finden sein. Angeboten werden zwei Produktvarianten mit Preisgarantie – mit einer Laufzeit von zwölf oder 24 Monaten.

Im ersten Schritt ist der flächendeckende Erdgasvertrieb in Niedersachsen geplant. Schon zum Jahresende könne der Vertrieb auf andere Bundesländer im Norden und Westen ausgedehnt werden, hieß es. Agravis ist auch in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg tätig. Darüber hinaus denkt der Agrarkonzern nach Angaben des Firmensprechers über einen Einstieg in den Stromhandel nach.