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Wirtschaft 50 Jahre: Opec vor ungewisser Zukunft
Nachrichten Wirtschaft 50 Jahre: Opec vor ungewisser Zukunft
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08:20 14.09.2010
Rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und 60 Prozent der als gesichert geltenden Ölreserven werden von der Opec heute kontrolliert.
Rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und 60 Prozent der als gesichert geltenden Ölreserven werden von der Opec heute kontrolliert. Quelle: afp
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Als am 14. September 1960 die Staaten Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela die Gründung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) besiegeln, einte sie ein Ziel: die Ölpreise auf dem Weltmarkt durch die Festlegung der eigenen Fördermengen bestimmen zu können. Auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung ist das Kartell ein Schwergewicht auf dem Markt.

Rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und 60 Prozent der als gesichert geltenden Ölreserven werden von der Opec heute kontrolliert. Der weltweite Energiehunger verleiht der Organisation damit Macht, die das Kartell in der Vergangenheit auch auf politischer Bühne zu nutzen versuchte. So drosselten die Opec-Länder nach dem Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn im Jahr 1973 die Fördermenge, weil der Westen Israel unterstützte. Der folgende Preisanstieg führte zur ersten Ölkrise. An die autofreien Sonntage in Deutschland können sich viele Bundesbürger noch erinnern.

In den folgenden Jahrzehnten schwand der Einfluss der Opec. Schwindende fossile Ressourcen bei steigender Nachfrage, Klimawandel, Finanzspekulationen und Konkurrenz von anderen Förderländern – das sind nur einige Faktoren, die heute auf den Ölpreis einwirken und ihn schwierig vorhersehbar machen.

Dennoch halten manche Experten Abgesänge auf das Kartell für voreilig. Es gebe eine Tendenz, die „Relevanz der Opec kleinzureden, ihren Zusammenhalt unterzubewerten und ihre Effektivität herunterzuspielen“, sagt Paul Horsnell, Analyst von Barclays Capital. Dies sei falsch. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Nabuo Tanaka, sagte kürzlich voraus, die weltweite Abhängigkeit von Öl aus Nicht-Opec-Ländern werde in den kommenden Jahren sinken. Die globale Abhängigkeit von den Opec-Ländern hingegen werde steigen.

Der heutige Opec-Generalsekretär Abdullah el Badri setzt auf Zusammenarbeit statt Konfrontation: „Wir unterstützen alle Arten von Energieerzeugung, aber fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle werden in der näheren Zukunft die vorherrschenden Energiequellen bleiben.“ Alle Energiequellen seien wichtig, deshalb setze er auf Zusammenarbeit.

Auch der Zusammenhalt der mittlerweile zwölf Opec-Mitglieder ist trotz politischer und kultureller Unterschiede zwischen Ländern wie Algerien, Venezuela oder Nigeria nach Einschätzung von Beobachtern unverändert. Zusammengeschweißt werden sie durch die gemeinsame Abhängigkeit von Einnahmen aus der Ölförderung.

Das Kartell kündigte im Jubiläumsjahr an, sich künftig für Preisstabilität einsetzen zu wollen. „Die Opec ist sich vollständig bewusst, dass es von großem Nutzen ist, einen stabilen und harmonischen Markt für Öl zu gewährleisten“, sagte el Badri. Die Zeit, als wegen der Achterbahnfahrt der Ölpreise Verunsicherung grassierte, liegt zwei Jahre zurück. Zwischen Juli und Dezember 2008 schwankte der Kurs vom historischen Höchststand von 147 Dollar auf unter 33 Dollar pro Fass (159 Liter). In den vergangenen Monaten pendelte der Preis allerdings konstant zwischen 70 und 80 Dollar.

afp