Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft 350 Jobs bei e.on in Hannover bedroht
Nachrichten Wirtschaft 350 Jobs bei e.on in Hannover bedroht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:25 02.04.2014
Von Jens Heitmann
Foto: Von der alten Preussen-Elektra-Zentrale in Hannover aus führt e.on seine Atom- und Kohlekraftwerke.
Von der alten Preussen-Elektra-Zentrale in Hannover aus führt e.on seine Atom- und Kohlekraftwerke. Quelle: Reinhardt
Anzeige
Hannover

In der dortigen Zentrale will e.on die neue Einheit ansiedeln. Für Hannover könnte dies den Verlust von bis zu 350 Stellen bedeuten, verlautete gestern aus Unternehmenskreisen. Ein Konzernsprecher wollte diese Zahl nicht bestätigen. „Es sind noch keine Entscheidungen gefallen“, sagte er lediglich.

Mit dem Zusammenschluss der Kraftwerkssparten reagiert e.on auf den Wandel auf dem Stromerzeugungsmarkt. Wie die anderen großen Versorger leidet auch der Düsseldorfer Konzern unter den Folgen der Energiewende: Wegen der stetig steigenden Einspeisung von Ökostrom verdienen die konventionellen Kraftwerke weniger Geld. Im vergangenen Jahr ist der sogenannte nachhaltige Konzernüberschuss von e.on um 46 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro gesunken. Darauf müsse man reagieren, hieß es: „Es geht um die Zukunft der Erzeugungssparte.“
Deshalb will der Konzern parallel zum laufenden Sparprogramm „e.on 2.0“ ein weiteres Projekt mit dem Titel „Next Generation“ starten. Mit „e.on 2.0“ will der Vorstand bis zum Jahr 2015 bis zu 11.000 Stellen abbauen und so die Kosten nachhaltig um 1,5 Milliarden Euro senken. Für „Next Generation“ stünden die Planungen noch am Anfang, sagte der Unternehmenssprecher. Über die Hintergründe wurden die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten kurzfristig informiert.

„Es handelt sich bei dem Projekt um mehr als nur eine Fusion“, heißt es in einem Schreiben an die Belegschaft. „Die neue Geschäftseinheit wird anders aussehen, sich anders anfühlen und anders arbeiten als die heute existierenden Einheiten.“ Was das konkret für betroffene Mitarbeiter heißt, könne man noch nicht sagen, hieß es in Düsseldorf.

Intern werden die Verantwortlichen bereits deutlicher: „Wir wollen eine schlanke Organisation mit einfachen Führungs- und Teamstrukturen schaffen, die zu unserem sich verändernden Anlagenportfolio passt“, formuliert es das Management in der Mitarbeiter-Info. Da im Konzern nur die Sparte der erneuerbaren Energien wächst und die übrigen Kraftwerke an Boden verlieren, laufe dies auf Stellenstreichungen bei konventionellen Anlagen hinaus, verlautete aus Arbeitnehmerkreisen. Da der Konzern die Belegschaft der einzelnen Kraftwerke nach eigenen Angaben schon mit Rücksicht auf die Betriebssicherheit kaum noch verringern kann, soll der Jobabbau vor allem die „Steuerungsfunktionen“ treffen – also die Verwaltung.

Bisher führt e.on seine Kraftwerke von fünf Standorten aus: Neben Essen und Hannover sind das Landshut, Coventry (England) und Malmö (Schweden). Die Vorentscheidung für Essen als neuen Sitz der fusionierten Einheit wird konzernintern unter anderem mit den dort vorhandenen Kapazitäten begründet. In Essen hatte der Konzern für seine damalige Tochter Ruhrgas für 180 Millionen Euro eine neue Zentrale gebaut. Inzwischen ist von dem Unternehmen nicht einmal mehr der Name übrig, das Geschäft wurde in eine andere Gesellschaft eingegliedert. „In Essen haben wir noch Platz“, hieß es gestern bei e.on.

Wie viele Mitarbeiter der Konzern in Hannover derzeit insgesamt beschäftige, sei ihm nicht bekannt, sagte der Unternehmenssprecher. Unklar sei auch, was die neue Struktur für den Standort bedeute und wie hoch die Zahl der Beschäftigten sein werde, die nach Essen umziehen müsse.

Wirtschaft Nach Gebäudeeinsturz in Bangladesch - KiK zahlt eine Million US-Dollar an Fabrikopfer
02.04.2014
Lars Ruzic 05.04.2014
Wirtschaft Pilotenstreik bei der Lufthansa - Lage an Flughäfen bleibt ruhig
02.04.2014