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Promis Prinz von Preußen verliert Prozess um einstige Familien-Burg
Nachrichten Promis Prinz von Preußen verliert Prozess um einstige Familien-Burg
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09:36 09.08.2019
Besucher gehen über eine Brücke auf das Gelände der Burg Rheinfels. Quelle: Thomas Frey/dpa
Koblenz

Der Chef des Hauses Hohenzollern hat den Koblenzer Prozess um die Burg Rheinfels verloren. „Die Klage wird abgewiesen“, sagt der Vorsitzende Richter Christian Stumm am Dienstag nüchtern „im Namen des Volkes“ im Landgericht. Georg Friedrich Prinz von Preußen hat den einstigen Familienbesitz hoch über St. Goar am Rhein zurückgefordert. Bereits in der mündlichen Verhandlung im Mai ohne den in Potsdam lebenden Ururenkel des letzten deutschen Kaisers hat das Landgericht seinen Besitzanspruch bezweifelt. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, der komplexe Rechtsstreit mit einer rund 300-seitigen Klageschrift könnte weitergehen. Bei der kaum dreiminütigen Urteilsverkündung erscheint von der Klägerseite niemand.  

Der Prinz von Preußen hat das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt St. Goar und das Burghotel verklagt. Die Burg Rheinfels war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das riesige Gemäuer aus dem Mittelalter nicht zu verkaufen. 1998 schloss sie mit dem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre - mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Der Hohenzollern-Chef argumentiert, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich - der eigentlich untersagt sei.

Kulturminister spricht von „guter Nachricht“

Georg Friedrich Prinz von Preußen. Quelle: Ralf Hirschberger/zb/dpa

Der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD) betont nach dem Urteil in Mainz: „Dies ist eine sehr gute Nachricht für die Stadt St. Goar, für die Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz sowie für das gesamte Obere Mittelrheintal – auch mit Blick auf die dort geplante Bundesgartenschau (Buga) 2029“.  Der scheidende St. Goarer Stadtbürgermeister Horst Vogt (CDU) spricht nach dem Urteil von einem „sehr erfreulichen Tag“ für sein pittoreskes Städtchen: „Die Burg ist das Herz der Stadt.“ Kommune, Land und Hotel hätten hier Millionen investiert - und die Hohenzollern zumindest vorläufig keinen Erfolg „mit ihrem Beutezug“. Auch Rheinfels-Hotelier Gerd Ripp zeigt sich erfreut, spricht aber nur von einem Etappensieg: „Ich denke schon, dass die Gegenseite in die Berufung gehen wird.“

Droht ein jahrelanger Rechtsstreit um die Burg Rheinfels?

Hohenzollern-Anwalt Markus Hennig sagt dazu in Berlin: „Wir schauen uns die Urteilsbegründung genau an und entscheiden dann, ob wir in die Berufung gehen.“ Ein jahrelanger Rechtsstreit? Der Vorsitzende Richter Stumm hat in der mündlichen Verhandlung im Mai das Thema als geeignet erachtet, „nicht nur zwei, sondern sogar drei Instanzen zu beschäftigen“. Oder doch eine außergerichtliche Einigung? Hennig sagt auch: „Unabhängig vom weiteren Instanzenzug sollten beide Parteien eine Gesprächsebene aufrechterhalten und vielleicht zu einer einvernehmlichen Lösung beitragen.“

Vier-Sterne-plus-Hotelier Ripp erklärt, größere Investitionen habe er wegen des Rechtsstreits auf Eis gelegt. Auch Bürgermeister Vogt wünscht sich eine endgültige Klärung, um die dringend nötige Sanierung der Burgruine mit rund 15 Millionen Euro vorantreiben zu können. Die Rheinfels soll bei der geplanten Buga 2029 im Welterbe Oberes Mittelrheintal zu einem zentralen Schmuckstück und Besuchermagneten werden. Derzeit jedoch sind baufällige Teile für Besucher ohne Führung gesperrt. Das Gemäuer ist im 13. Jahrhundert erbaut und Ende des 18. Jahrhunderts von französischen Revolutionstruppen gesprengt worden.

Von Jens Albes/RND/dpa