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Promis Désirée Nosbusch: „Ich dachte schon, es ist vorbei für mich“
Nachrichten Promis Désirée Nosbusch: „Ich dachte schon, es ist vorbei für mich“
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21:04 23.10.2019
Désirée Nosbusch spielt in der neuen ARD-Reihe „Der Irland-Krimi“ die Psychologin Cathrin Blake. Quelle: Sammy Hart/ARD Degeto/dpa
Hamburg

Die Schauspielerin Désirée Nosbusch wollte ihren Job schon fast an den Nagel hängen, jetzt spielt sie eine Polizeipsychologin in der neuen ARD-Reihe „Der Irland-Krimi“ (Donnerstag, 24. Oktober, 20.15 Uhr). Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht sie über ausbleibende Rollenangebote, #MeeToo und das ständige Unterwegssein.

Wann wurde Ihnen die Rolle der Polizeipsychologin Cathrin Blake in der neuen „Irland“-Krimireihe angeboten?

Das war nach den Dreharbeiten von „Bad Banks“. Es lief zwar noch nicht, aber es sprach sie bereits rum, dass das wohl ganz spannend werden würde. Da kam die Produzentin Sabine Arnold mit ihrer Anfrage auf mich zu. Zu dem Zeitpunkt gab es noch kein fertiges Drehbuch, sondern nur eine Idee. Ich habe grundsätzlich immer ein Problem mit Formaten gehabt, in denen deutsche Schauspieler irgendwo im Ausland aussteigen, über eine Klippe laufen und auf einmal alle deutsch reden. Das finde ich schwierig. Mir war also klar, dass ich das Format absagen würde. Aus Respekt wollte ich das aber nicht am Telefon machen, sondern bei einem persönlichen Treffen in Frankfurt. Dann war das Gespräch aber so offen und ich wurde sofort mit meinen Ideen mit ins Boot genommen. Das Einzige, was sie nicht ändern konnten, war die Sache mit der deutschen Sprache. Regisseur Züli Aladag war zum Beispiel ein Wunsch von mir, weil ich jemanden haben wollte, der eine Haltung zu dem Land Irland hat, zu den Figuren und der auch eine politische Haltung besitzt. Ich finde, dass wir mit unserem Format etwas gemacht haben, das Tiefe hat und diesem Land gerecht geworden ist. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Die ARD ist offensichtlich auch zufrieden, denn Sie drehen bereits eine dritte und vierte Folge.

Wir haben das ganz große Glück, dass wir schon wieder zwei weitere Folgen drehen, auch wenn die ersten beiden noch gar nicht ausgestrahlt wurden. Das hat es bisher wohl so noch nicht bei diesem Format gegeben. Das zeigt mir, dass der Sender daran glaubt. Jetzt muss der Zuschauer entscheiden, ob er es sehen will.

Mich hat es nur etwas irritiert, dass Ihr Schauspielkollege Declan Conlon dieselbe Synchronstimme wie Kevin Spacey hat, der ja die ganze #MeToo-Debatte mit ausgelöst hat.

Dieses Thema ist bei uns so wahnsinnig schnell wieder verschwunden. Das flammte mal kurz auf, und dann wurde das im Keim erstickt, und jetzt redet nicht mehr wirklich jemand darüber, was ich sehr schade finde. Man muss so was schon auch seriös weiterverfolgen. Wenn es dann nichts anzuklagen gibt, umso besser. Aber gar nicht mehr darüber zu berichten, ist nicht ganz okay.

Aber ich glaube, dass in dem Bereich schon ein Umdenken stattgefunden hat.

Ja, klar. Man muss natürlich aufpassen, dass #MeToo nicht zu einer Floskel wird, und ich finde auch, dass Flirten in unserem Leben noch erlaubt sein muss. Sonst können wir den Laden zumachen. Aber dass da ein gewisses Bewusstsein ist, war lange überfällig.

Haben Sie denn selber Erfahrungen gemacht?

Natürlich. Wie willst du hier als heute 54-Jährige sitzen und behaupten, dass du zwar mit zwölf Jahren in diesen Job gegangen bist, aber dir das nie passiert ist? Das ist mir ganz viel und ganz furchtbar passiert. Da gibt es auch keine Entschuldigungen für. Aber jeder geht damit um, wie er will. Ich habe meinen Weg gefunden, das zu verarbeiten, und bin niemand, der das an die große Glocke hängen möchte. Aber bin auch niemand, der das verschweigt.

Was ja wichtig für die nachfolgenden Generationen ist.

Die sind auch schon viel wacher und anders erzogen. Die wissen, dass man nicht unbedingt zu jedem nett sein muss, der älter und eine Obrigkeit ist. Es ist eben nicht jeder Mann ein netter Onkel. Diese Generation wächst mit einem größeren Selbstwertgefühl auf.

Bevor Sie 2018 mit „Bad Banks“ wieder für großes Aufsehen gesorgt haben, wurde es ab 2012 etwas ruhiger um Sie.

In dieser Zeit kamen nicht viele Angebote aus Deutschland. Dazu kam, dass ich in Luxemburg sehr viel Theater gespielt und eine Produktionsfirma aufgebaut habe. Ich habe auch selber als Regisseurin gedreht. Das habe ich natürlich auch gemacht, weil aus Deutschland nicht die Angebote kamen, die ich mir vorgestellt habe. Von der Moderation musste ich mich gezwungenermaßen mehr und mehr verabschieden, damit ich als Schauspielerin ernst genommen werde. Ich dachte schon, es ist als Schauspielerin vorbei für mich. Es hat halt diesen einen Menschen gebraucht, der den Mut hatte, mich neu zu sehen. Und das war „Bad Banks“-Regisseur Christian Schwochow. Da konnte ich endlich mal zeigen, dass ich auch noch etwas anderes kann. Aber so eine Chance muss man erst mal kriegen, ansonsten kannst du in deinem stillen Kämmerlein Monologe aufsagen. (lacht)

In Ihrem zweiten „Irland“-Krimi geht es um ein fahrendes irisches Volk namens Traveller. Sie selber wohnen in Luxemburg, arbeiten aber auch in Deutschland und besuchen Ihre Kinder in Amerika. Sind Sie quasi auch ein Traveller?

Die Welt der Traveller ist so eine faszinierende. Wir hatten auch echte Traveller beim Dreh dabei. Das war unser Bestreben, dass alles so authentisch wie möglich sein sollte und voller Respekt diesem Land und seinen Menschen gegenüber. Jetzt bin ich froh, dass ich das Format nicht abgesagt habe. Nach 40 Jahren Pendeln kriege ich das aus dem System des ständigen Unterwegsseins nicht mehr raus. Wenn ich zu lange an einem Ort bin, habe ich das Gefühl, dass ich unruhig werde. Ich habe Angst, mich zu wiederholen oder mich auf Dingen auszuruhen. Das gefällt mir nicht. Ich mag es eher, dass Dinge in Bewegung bleiben.

RND

Von Thomas Kielhorn/RND

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