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Niedersachsen Neubau der MHH verzögert sich erneut: Gebaut wird frühestens 2022
Nachrichten Politik Niedersachsen Neubau der MHH verzögert sich erneut: Gebaut wird frühestens 2022
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00:20 07.06.2019
Soll neu gebaut werden: Die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Quelle: Silas Stein/dpa
Hannover

Der Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verzögert sich wahrscheinlich weiter. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler rechnet mit dem Baubeginn nicht vor 2022. „Und das ist schon sehr ehrgeizig“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Hannover. Thümler hatte bisher einen Baubeginn 2021 für möglich gehalten. Göttingen habe beim Bau seiner neuen Universitäts-Medizin (UMG) einen „klaren Vorsprung“, sagte der Minister.

Um die beiden Milliardenprojekte zu beschleunigen, hat Niedersachsen jetzt eine landeseigene Gesellschaft gegründet, die die Großbauvorhaben koordinieren und kontrollieren soll. Diese Dachgesellschaft soll zu jeweils 49 Prozent an den beiden Baugesellschaften beteiligt sein, die von den Universitäten noch in diesem Jahr gegründet werden sollen. Der Landtag muss bis zum Herbst das niedersächsische Hochschulgesetz entsprechend ändern. „Es soll klar gegliedert sein: Wer trägt wo und wie die Verantwortung“, sagte Thümler. Die Planung für die Neubauten liege dann bei diesen Baugesellschaften, die Dachgesellschaft übernehme die Kostenkontrolle.

Dachgesellschaft soll den Bau kontrollieren

„Mit der Gründung der Dachgesellschaft kommen wir der Realisierung der beiden Großbauvorhaben einen entscheidenden Schritt näher“, betonte der Minister. Geld alleine reiche nicht, um Bauprojekte in dieser Größe und Komplexität realisieren zu können, es brauche vor allem eine effiziente Projektstruktur. Thümler machte deutlich, dass er das staatliche Baumanagement des Landes mit dieser Aufgabe überfordert sieht. Das wäre ein „Ewigkeitprojekt“ geworden. Eine bisher für die Bauprojekte zuständige Referatsgruppe im Wissenschaftsministerium habe er bereits aufgelöst.

Geschäftsführer der neuen Dachgesellschaft soll Burkhard Landré werden, der das Land laut Thümler bereits bei der Vorbereitung des Großprojektes beraten habe und mit den Strukturen vertraut sei. Die Kosten für die Dachgesellschaft, die bis zu zehn Mitarbeiter haben soll, beziffert das Ministerium auf 1,25 Millionen Euro im kommenden Jahr.

Thümler: Über Kosten kann man nur spekulieren

Der Investitionsbedarf in beiden Kliniken wurde Ende 2016 auf mindestens 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Das Land hat bereits ein Sondervermögen von 1,05 Milliarden Euro angespart. Thümler wollte sich am Dienstag nicht darauf festlegen, ob die 2,1 Milliarden Euro am Ende auch reichen. Er verwies darauf, dass die Baukosten derzeit jährlich um drei Prozent steigen. Das lasse „keine seriöse Schätzung“ zu. „Über die Kosten kann man nur spekulieren“, sagte Thümler.

Aus Zieldatum 2025 wird „20xx“ – weil unklar ist, wie lange der Bau sich noch verzögert

In Göttingen sind bereits das Bettenhaus und der Operations-Trakt geplant. Das Ministerium beziffert die Kosten für den Bau auf rund 450 Millionen Euro. Für die MHH gibt es – außer der Festlegung auf den Standort – noch keine konkrete Planung. Deshalb heiße das Konzept der MHH jetzt auch 20xx und nicht mehr 2025, erklärte Thümler. Dann sollte der Neubau eigentlich fertig sein. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist bei der MHH weiterhin ungeklärt.

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