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Niedersachsen Studie zum Thema sexueller Missbrauch startet
Nachrichten Politik Niedersachsen Studie zum Thema sexueller Missbrauch startet
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11:10 05.01.2011
Nachdem Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und anderen Einrichtungen bekanntgeworden waren, hatte die Bundesregierung den Runden Tisch eingerichtet. Quelle: dpa (Symbolbild)

Neue Erkenntnisse zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zu möglichen Gegenstrategien soll eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) bringen. Bis Ende April werden bundesweit rund 11.000 Menschen dazu befragt, ob sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Nach Angaben des Institutsdirektors Christian Pfeiffer handelt es sich um die größte Studie, die es jemals zu dem Thema in Deutschland gegeben hat. Erste Ergebnisse sollen dem Runden Tisch zur Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs im Herbst vorgelegt werden. Die Bundesregierung hatte den Runden Tisch 2010 eingerichtet, nachdem Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und anderen Einrichtungen bekanntgeworden waren. Die vollständigen Ergebnisse der neuen Studie sollen Ende 2012 vorliegen.

Das Bundesbildungsministerium fördert die Studie mit rund einer Million Euro. „Wir versprechen uns von dieser Erhebung wichtige Erkenntnisse, auf deren Grundlage wir Gewalt gegen Kinder besser verhindern und Opfern gezielter helfen können“, zitierte das KFN Bildungsministerin Annette Schavan (CDU).

Die Befragung durch die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des KFN ist anonym. Das KFN hatte bereits 1992 in einer entsprechenden Untersuchung 3300 Menschen befragt. „Durch den Vergleich (...) werden wir untersuchen können, wie sich die zwischenzeitlich zum Schutze von Kindern getroffenen Maßnahmen bewährt haben“, sagte Pfeiffer. Zudem solle geklärt werden, wie sich das Risiko, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden, seit 1992 entwickelt hat, und was geschehen muss, um Kinder besser zu schützen.
Unterdessen wies Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger (FDP) Forderungen aus der CSU-Landesgruppe im Bundestag zurück, Kindesmissbrauch generell als Verbrechen einzustufen und damit die Mindeststrafe von sechs Monaten auf ein Jahr anzuheben. Die Ministerin sagte dem „Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch), bei nicht so schweren Missbrauchsformen werde derzeit ein Strafbefehl erlassen. Dieser erspare den Opfern die Aussage vor Gericht. Die CSU-Landesgruppe formulierte ihre Forderung in einem Beschlussentwurf für die Klausur in Wildbad Kreuth.

dpa

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