Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Niedersachsen Schünemann präsentiert neues Modell für Heimatschutz
Nachrichten Politik Niedersachsen Schünemann präsentiert neues Modell für Heimatschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:55 06.09.2010
Von Klaus von der Brelie
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
Anzeige

Der CDU-Politiker ist von seinem Konzept überzeugt und lässt sich auch nicht von den Vorbehalten beeindrucken, die insbesondere von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geäußert werden. „Wir müssen den Blick für leistungsfähige Sicherheitsstrukturen in unserem Land schärfen“, sagte Schünemann am Wochenende gegenüber dieser Zeitung und äußerte zugleich die Befürchtung, dass die Bundeswehr die im Grundgesetz für sie vorgesehenen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, wenn sie in eine 163 500 Mann starke Freiwilligenarmee umgewandelt wird, wie es Guttenberg vorgeschlagen hat.

Schon jetzt gebe es Engpässe bei Großschadenslagen und beim Katastrophenschutz im Inland, weil sich die Bundeswehr aus der Fläche zurückgezogen habe, betont Schünemann. Diese Situation werde sich durch den demografischen Wandel verschärfen, weil auch Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und THW die Nachwuchsgewinnung immer schwerer falle. Die Heimatschutzpflicht sei deshalb ein zukunftsweisender Ansatz. Sie solle verstanden werden als Verbindung aus Landesverteidigung, Zivilschutz und Katastrophenschutz. Der bisherige Zivildienst als Ersatz für die Wehrpflicht werde nicht berührt, sondern könne ebenso erhalten werden wie das Freiwillige Soziale Jahr.

Nachdem er seinen Vorschlag Ende August erstmals vorgestellt hatte, legte Schünemann am Wochenende nach und präsentierte ein Modell für die Ausgestaltung der Heimatschutzpflicht. Sie soll wie der bisherige Wehrdienst sechs Monate dauern, alternativ bei Bundeswehr, DRK, Feuerwehr, THW oder anderen Organisationen des Zivil- oder Katastrophenschutzes abgeleistet werden. Die ersten beiden Monate sind als zivil-militärische Grundausbildung vorgesehen, die verbleibenden vier Monate als Spezialausbildung. Schünemann lässt offen, ob die Ausbildung an der Waffe prinzipiell Bestandteil der Grundausbildung sein soll. Das wäre noch zu prüfen, sagt er.

03.09.2010
Klaus Wallbaum 10.09.2010