Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Niedersachsen Rechtsextremer Anwalt soll Hotel gepachtet haben
Nachrichten Politik Niedersachsen Rechtsextremer Anwalt soll Hotel gepachtet haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:55 03.07.2009
Nach langem Tauziehen um das leerstehende Hotel Gerhus in Faßberg soll der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger die Immobilie im Kreis Celle gepachtet haben.
Nach langem Tauziehen um das leerstehende Hotel Gerhus in Faßberg soll der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger die Immobilie im Kreis Celle gepachtet haben. Quelle: Jochen Lübke dpa/lni
Anzeige

Er habe einen Vertrag über zehn Jahre mit den Hoteleigentümern abgeschlossen, sagte Rieger am Freitag und bestätigte einen Bericht der „Celleschen Zeitung“. Demnach wolle Landrat Klaus Wiswe (CDU) jetzt klagen, um zu verhindern, dass der rechte Anwalt sich im Kreis Celle ansiedelt.

Die Eigentümer des Hotels hätten das Kaufangebot eines Investors abgelehnt. Zunächst hatte Rieger das Hotel kaufen wollen. Kreis und Gemeinde hatten daraufhin nach Alternativen gesucht und Faßberg hatte sich ein Vorkaufsrecht gesichert.

Rieger sagte, er wolle auf eine Versteigerung des Anwesens noch in diesem Herbst drängen. Dadurch solle das Vorkaufsrecht außer Kraft gesetzt werden. Er wolle das Landhaus noch immer kaufen und bei der Versteigerung mitbieten. Gerhus solle weiterhin als Hotel betrieben werden. Darüber hinaus seien dort rechte Schulungen, NPD-Tagungen und auf dem dazugehörigen Campingplatz auch Jugendlager geplant.

Eigentlich schien der Hotelverkauf so gut wie vom Tisch zu sein. Im Januar wurden bereits Gespräche mit einem potenziellen Investor geführt, der das Landhaus zu einem Heim für seelisch Kranke umbauen wollte. Doch diese Verhandlungen sind offenbar geplatzt.

Der Eigentümerfamilie sei der gebotene Preis von 750.000 Euro zu gering gewesen, sagte Rieger. Deshalb hätten sich die Hotelbesitzer wieder an ihn gewandt. Rieger hatte bereits 1,2 Millionen Euro für das Landhaus geboten und 95.000 Euro als Bietersicherheit für eine Versteigerung hinterlegt.

Rieger hatte bereits in Delmenhorst versucht, ein Hotel zu erwerben. Dieses Vorhaben scheiterte unter anderem am Widerstand der Bürger. Vom Kauf des Bahnhofs in Melle trat er später zurück, weil er ihn nicht wie vorgesehen zu rechtsextremen Zwecken nutzen durfte.

lni