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Niedersachsen Reaktordruckbehälter im AKW Stade zerlegt
Nachrichten Politik Niedersachsen Reaktordruckbehälter im AKW Stade zerlegt
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20:14 12.10.2010
Von Karl Doeleke
Wird abgerissen: Das AKW in Stade.
Wird abgerissen: Das AKW in Stade. Quelle: ap
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Der Reaktordruckbehälter, das Herzstück des Atomkraftwerks mit der größten Strahlenbelastung, wurde mit fernbedienten Schneidbrennern in 273 Einzelteile zerlegt. Das Atomkraftwerk in Stade ist – offiziell aus wirtschaftlichen Gründen – drei Jahre nach dem Atomausstieg von 2000 als erster Meiler vom Netz genommen worden. Seitdem wird es in seine Einzelteile zerlegt.

Mit dem Ende der Zerlegearbeiten rückt der Schacht Konrad wieder in den Blick. Denn eigentlich sollen die 250 Tonnen mittelradioaktiv verseuchten Stahls, die beim Rückbau angefallen sind, in dem einzigen in Deutschland bisher genehmigten Endlager untergebracht werden. Doch die Fertigstellung der Mülldeponie verzögert sich nach unterschiedlichen Angaben bis 2015 oder sogar bis 2019 – so lange muss der Strahlenmüll auf dem e.on-Gelände am Elbdeich in Stade liegen bleiben.

Das Unternehmen betreibt dort ein atomares Zwischenlager. „Die Genehmigung dafür reicht bis 2047“, erklärte e.on-Sprecherin Petra Uhlmann.

Bei e.on ist man über die Verzögerung beim Schacht Konrad nicht glücklich: „Es liegt in unserem Interesse, den Müll so schnell wie möglich zu entfernen.“ Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad muss e.on aber noch lange von seinem Zwischenlager Gebrauch machen. „Wir gehen davon aus, dass Konrad so nicht kommen wird“, sagt Peter Dickel, Sprecher der Endlager-Gegner. „Der Stahl aus dem Kraftwerk in Stade bleibt also im Zwischenlager liegen.“

Stefan Wenzel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, fordert e.on auf, die Einzelteile des zerlegten Reaktordruckbehälters „einer intensiven Materialprüfung durch eine unabhängige Institution zu unterziehen“. Sein Verdacht: Es gibt Ermüdungserscheinungen am Material der Behälter. „Eine solche Untersuchung könnte Rückschlüsse auf die Sicherheit anderer Reaktoren liefern.“

e.on plant solche Untersuchungen nicht. „Der Reaktor ist permanent untersucht worden“, sagt Uhlmann. Materialermüdungen habe es nicht gegeben. 2015 soll die Betonhülle des AKW Stade abgerissen werden.