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Niedersachsen Nebenkläger warnen vor einer Wiederholung des Verfahrens
Nachrichten Politik Niedersachsen Nebenkläger warnen vor einer Wiederholung des Verfahrens
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17:11 17.05.2019
Der wegen Mordes angeklagte Niels Högel sitzt im Gerichtssaal neben seinen Anwältinnen Ulrike Baumann (M) und Kirsten Hüfken. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Oldenburg

Kurz vor Abschluss des Mordprozesses gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel wächst bei den Nebenklägern offenbar die Angst vor Verfahrensfehlern, die zu einer Wiederholung des Prozesses führen könnten. Mehrere Anwälte von Angehörigen warnten am Freitag vor dem Landgericht Oldenburg vor einer Sicherungsverwahrung für Högel.

Anwälte: Kammer soll keine Revision riskieren

„Mein Mandant hat Interesse an einem revisionfesten Urteil“, sagte einer der 14 Nebenkläger-Anwälte, die am Freitag ihre Plädoyers hielten. Er bitte die Kammer, keine Revision zu riskieren. „Es ist niemand daran gelegen, dass dieses Verfahren wiederholt werden muss.“ Er gehe davon aus, dass das Gericht die Anordnung einer Sicherungsverwahrung gut prüfen werde, sagte ein anderer Anwalt.

Es gab allerdings auch Nebenklage-Vertreter, die zusätzlich zur lebenslangen Haft eine anschließende Sicherungsverwahrung beantragten. „Ein Angeklagter, der fast 100 Menschen auf dem Gewissen hat, dem eine seelische Abartigkeit bestätigt wurde und der viele Jahre ins Gefängnis geht, der darf nicht mehr in die Allgemeinheit entlassen werden“, sagte einer der Anwälte.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für 97 Morde

Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann hatte in ihrem Plädoyer am Mittwoch eine lebenslange Haftstrafe für 97 Morde bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Anordnung einer Sicherungsverwahrung hatte Schiereck-Bohlmann nicht beantragt. Die Oberstaatsanwältin hält Högel zwar weiterhin für gefährlich, wies aber auf die strikten rechtlichen Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung hin. Die Gefahr, dass der Bundesgerichtshof ein Urteil deshalb aufhebe, sei groß. Das Urteil im Oldenburger Prozess wird für den 6. Juni erwartet.

Von Marco Seng

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