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Niedersachsen Politik verärgert: Keine Direktflüge mehr nach Brüssel
Nachrichten Politik Niedersachsen Politik verärgert: Keine Direktflüge mehr nach Brüssel
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16:35 20.03.2019
Eine Embraer ERJ-145, mit der die britische Fluggesellschaft Flybmi die Strecke Hannover-Brüssel geflogen ist. Quelle: Philippe Clément//dpa
Hannover

Wird Niedersachsen in Europa abgehängt? Wegen der Pleite einer Fluggesellschaft gibt es keine Direktverbindung mehr zwischen Hannover und Brüssel. Zumindest bis zum Sommer ist auch keine Änderung in Sicht. Politik und Wirtschaft in Niedersachsen sind alarmiert. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und Europaministerin Birgit Honé (SPD) haben Briefe an die verantwortlichen Fluggesellschaften geschrieben. Auch die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) machen Druck.

Althusmann wandte sich direkt an Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. „Gerade in Zeiten des bevorstehenden Brexit und den unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft, gerade auch für die Luftverkehrswirtschaft, sollte der Betrieb einer für die Wirtschaft in Niedersachsen wichtigen Verbindung zu bedeutenden Institutionen in Brüssel und somit auch der EU nicht eingestellt werden“, schrieb Althusmann. Europaministerin Honé bat die Vorstandschefin von Brussels Airlines, Christina Förster, und den Aufsichtsratschef von Eurowings, Thorsten Dirks, darum, dass die Direktverbindung möglichst bald wieder aufgenommen wird. Der Wirtschaftsstandort Niedersachsen werde durch die Streichung in Mitleidenschaft gezogen.

Bereits Mitte Februar hatte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller die Politik darauf hingewiesen, dass Brussels Airlines mit dem Sommerflugplan die drei täglichen Direktflüge von Hannover nach Brüssel einstellen wolle. Dagegen müsse man vorgehen. Nur wenige Tage später verschärfte sich das Problem mit der Pleite der britischen Fluggesellschaft Flybmi, die ihren Flugbetrieb einstellte. Flybmi war von Brussels Airlines als Carrier damit beauftragt, die Strecke zu bedienen.

Brussels Airlines ist eine Tochterunternehmen der Lufthansa. Der Zusammenschluss mit Eurowings soll bis 2020 abgeschlossen sein. Fflybmi hat dem Vernehmen nach die Strecke Hannover-Brüssel für Brussels Airlines abgedeckt, weil die Fluggesellschaft über die passenden Flugzeuge mit 49 Sitzplätzen verfügte. Nur durch Maschinen dieser Größe soll die Strecke wirtschaftlich zu betreiben sein, hieß es.

Die ersten Betroffenen der flybmi-Pleite waren ausgerechnet die niedersächsischen Gäste des Grünkohlessens in der Landesvertretung Brüssel am 19. Februar. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) musste über München nach Brüssel fliegen. Europaministerin Honé stieg kurzfristig auf den Dienstwagen um. Die Fahrt dauert mindestens fünf Stunden. Mit der Bahn braucht man ähnlich lange.

Wer in den kommenden Wochen nach Brüssel fliegen will, muss einen Zwischenstopp in Kauf nehmen – teilweise mit langen Umsteigezeiten. Für niedersächsischen Unternehmer, die im Juni mit einer Delegation in die belgischen Hauptstadt wollen, war ein Angebot der Lufthansa mit mehreren Stunden Aufenthalt in Frankfurt nicht akzeptabel. Aber es geht noch besser. Bei der Suche im Internet wird auch ein Zwischenstopp in Bukarest angeboten. Gesamtdauer: elfeinhalb Stunden.

Am Dienstag erreichte Honé eine Schreiben von Dirks. Darin stellte der Eurowings-Aufsichtsratschef ab Juni zumindest eine tägliche Verbindung in Aussicht. Für die Europaministerin nur „ein schwacher Trost“. Sie will weiter kämpfen.

Von Marco Seng

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