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Niedersachsen Organisierte Kriminalität wird trickreicher
Nachrichten Politik Niedersachsen Organisierte Kriminalität wird trickreicher
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00:16 16.08.2018
Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen, und Barbara Havliza (CDU), Justizministerin von Niedersachsen, stellen das aktuelle Lagebild zur organisierten Kriminalität in Niedersachsen vor. Quelle: dpa/Holger Hollemann
Hannover

Die Organisierte Kriminalität wird nach Worten von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) immer trickreicher und nimmt zu an Dynamik. Deshalb müssten sich die Behörden entsprechend rüsten und noch mehr Experten für Informatik wie auch Wirtschaftskriminalität einstellen. „Die Bekämpfung muss auf Augenhöhe geschehen“, betonte der Innenminister auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU). „Haupteinnahmequelle“ der Organisierten Kriminalität ist der Drogenhandel, gefolgt von der Eigentumskriminalität. Polizei und Staatsanwaltschaften in Niedersachsen hätten im vergangenen Jahr 49 Ermittlungsverfahren bearbeitet, ebenso viele wie im Vorjahr. Insgesamt seien 577 Tatverdächtige aus 49 Staaten ermittelt worden, die meisten von ihnen Deutsche (250 Personen), gefolgt von Albanern (32 ermittelte Tatverdächtige), Türken (28) und Serben (20).

Staatsanwaltschaft rüstet auf

Um den Verbrechern „auf Augenhöhe“ (Pistorius) zu begegnen, hat das Landeskriminalamt bereits 50 externe, wissenschaftlich gut ausgebildete Experten eingestellt. In diesem Jahr sollen nach Pistorius’ Worten 17 weitere Experten folgen, unter ihnen Finanzfachleute wie auch IT-Experten, die sich unter anderem mit illegalen Finanzströmen befassen sollen. Darüber hinaus werden nach Angaben von Justizministerin Havliza in den Generalstaatsanwaltschaften Braunschweig und Celle zum 1. Oktober dieses Jahres Schwerpunktdezernate eingerichtet, die sich bandenmäßig begangenen Wohnungseinbrüchen widmen. In der Staatsanwaltschaft Osnabrück soll im kommenden Jahr eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft eingerichtet werden, die sich mit überregional agierenden Banden beschäftigt.

Clans machen ihre eigenen Gesetze

Seit einigen Jahren setzt sich Niedersachsens Polizei auch mit dem rechtswidrigen Agieren krimineller Clans auseinander, die im vergangenen Jahr 248 Polizeieinsätze auslösten – wesentlich mehr als im Vorjahr (143). Diese Clans schotteten sich weitgehend von der deutschen Gesellschaft ab, seien patriarchalisch strukturiert und lebten einen familiären Begriff von „Ehre“ aus, der auch zu Selbstjustiz führen könnte, skizzierte Landespolizeipräsident Axel Brockmann. Ein Großteil der Einsätze habe sogenannte Mhallami-Kurden betroffen, erläuterte Brockmann. Nicht jede Aktivität dieser Clans sei schon als Organisierte Kriminalität einzustufen. Da sie aber in einer Parallelgesellschaft lebten, gehe man staatlicherseits auch „niedrigschwellig“ gegen die vor, etwa in Zusammenarbeit mit Ausländerbehörden und Gewerbeaufsicht. „Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, da ranzugehen“, sagte Brockmann.

Von Michael B. Berger

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