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Niedersachsen Sozialberufe werden schulgeldfrei
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00:20 06.06.2019
Freut sich über die Schulgeldfreiheit für Sozialberufe: Ministerin Carola Reimann Quelle: Christophe Gateau/dpa
Hannover

Angehende Logopäden, Sprachtherapeuten oder Physiotherapeuten brauchen künftig kein Schulgeld mehr zu bezahlen: Das Kabinett der Landesregierung hat am Montag beschlossen, die Schulgeldfreiheit für diese sozialen Berufe in Niedersachsen einzuführen – noch in diesem Jahr. „Mit der Schulgeldfreiheit für Gesundheitsfachberufe überwinden wir das größte Hindernis der Nachwuchsgewinnung“, sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD).

Bis zu 450 Euro monatlich

Das Land Niedersachsen stellt in diesem Jahr dafür gut 1,5 Millionen Euro bereit. Die dreijährige Ausbildung eines Logopäden oder einer Sprachtherapeutin kostete die Schüler beziehungsweise deren Eltern bislang bis zu 450 Euro monatlich. „Schulgeldzahlungen dürfen einer Berufswahl nicht im Wege stehen“, betonte Reimann. Mit der Schulgeldfreiheit werde man künftig mehr junge Menschen gewinnen können, die Ausbildung zum Physio- oder Ergotherapeuten aufzunehmen, Logopäde oder Podologe zu werden. Um zu verhindern, dass es wegen der künftigen Schulgeldfreiheit zu Schulabbrüchen kommt, sollen auch diejenigen profitieren, die in diesem Jahr vor dem 1. August ihre Ausbildung begonnen haben. Frühere Jahrgänge müssen indes weiter für ihre Ausbildung zahlen.

Mit in die Förderung aufgenommen werden auch Atem- Sprech- und Stimmlehrer, die an der Schlaffhorst-Andersen-Schule in Bad Nenndorf ausgebildet werden. Sie arbeiteten später überwiegend als Logopäden, erklärte das Soziaministerium. Die Schulgeldfreiheit in der Pflege hat Niedersachsen bereits gesetzlich verankert. Der Landtag muss noch zustimmen.

Grüne rügen Regelungen

Die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz zeigte sich indessen sehr unzufrieden. „Gut gemeint ist noch längst nicht gut gemacht: Die geplante Schulgeldfreiheit für die therapeutischen Berufe sorgt seit Monaten für große Unruhe an den Schulen und bei Auszubildenden. Während die Landesregierung nun zumindest diejenigen Auszubildenden entlasten will, die schon im März 2019 ihre Ausbildung begonnen haben, lässt sie Auszubildende im zweiten und dritten Ausbildungsjahr weiterhin im Regen stehen.“ So hätten bereits einige Auszubildende ihre Ausbildungsverträge gekündigt, um in diesem Sommer neu zu beginnen und dann kein Schulgeld mehr zahlen zu müssen.

Von Michael B. Berger

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