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16:44 11.10.2010
Fanta, Hummel und Hudson sollen sich nach ihrer Ausbildung zu Mantrailern durch Niedersachsen schnüffeln.
Fanta, Hummel und Hudson sollen sich nach ihrer Ausbildung zu Mantrailern durch Niedersachsen schnüffeln. Quelle: dpa
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Niedlicher Nachwuchs bei Niedersachsens Polizei: Mit Fanta, Hudson und Hummel haben die Ordnungshüter im Land seit diesem Wochenende drei neue Kollegen mit vielen Falten, großen Kulleraugen und weichem Fell. Das noch tapsige Trio soll in Zukunft helfen, vermisste Personen effektiver und schneller zu finden. Dazu werden die Welpen in den kommenden zwei Jahren im zentralen Diensthundewesen des Landes in Ahrbergen bei Hildesheim zu sogenannten Mantrailern (engl. „Man“: Mensch/Person und „Trail“:
Spur/Fährte) ausgebildet.

„Die Hunde sind nach ihrer Ausbildung in der Lage, der Geruchsspur eines Menschen auch über weite Entfernungen und nach längerer Zeit zu folgen“, sagt der sichtlich von den Vierbeinern beeindruckte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover. „Zwei Hunde gehören zur Rasse „Hannöverscher Schweißhund“, der dritte ist ein sogenannter „Bloodhound“.“ Insgesamt habe sich das Land die drei Spürnasen 2900 Euro kosten lassen.

Gut angelegtes Geld aus Sicht des Ministeriums, denn bislang muss das Land die speziell ausgebildeten Spürhunde immer aus anderen Bundesländern oder von privaten Hundehaltern ausleihen - seit 2008 immerhin rund 60 Mal. Während die „geliehenen“ Hunde aus Thüringen oder Nordrhein-Westfalen nur geringe Kosten verursachen, schlagen die Einsätze mit Tieren von privaten Haltern mit 400 Euro pro Mantrailer und Einsatztag deutlich höher zu Buche.

Künftig könnten die Hunde mit ihren guten Nasen aber noch häufiger zum eingesetzt werden, etwa bei der Suche nach der Beute von Überfällen oder die Fluchtwege von Tätern. Zudem käme es bislang immer wieder zu Verzögerungen bei den Einsätzen, weil die Hunde nicht sofort verfügbar seien.

„Wir hoffen, dass mindestens zwei der drei Hunde nach der Ausbildung auch für die Polizeiarbeit genutzt werden können“, sagt Niedersachsens oberster Polizeihundeausbilder Alfred Kaufhold. Während die Schweißhunde Hudson und Hummel aus einer Zucht aus Winsen/Luhe stammen, hatte Fanta eine längere Anreise. Am Samstag wurde die Bloodhound-Dame von Kaufhold persönlich vom Züchter im nordfranzösischen Landrethun le Nord abgeholt.

Schweißhunde und Bloodhounds eignen sich durch ihre Nasenleistung, ihre hohe Konzentrationsfähigkeit und ihre Ausdauer besonders gut zum Aufspüren von Duftnoten. Pro Minute verliert ein Mensch etwa 50 Millionen Hautzellen. „Jede Spur ist so individuell wie eine DNA oder ein Fingerabdruck, sie ist nicht veränderbar, nicht abwaschbar und kann nicht verhindert werden“, sagt Kaufhold. Insgesamt verfügt die niedersächsische Polizei über rund 2200 Diensthunde.

dpa