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Niedersachsen Neuer Plan gegen nächtliches Chaos an deutschen Raststätten
Nachrichten Politik Niedersachsen Neuer Plan gegen nächtliches Chaos an deutschen Raststätten
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10:35 13.10.2011
Dicht an dicht: An den Autobahnraststätten drängen sich die Lastwagen, wie hier an der A 2 bei Garbsen.
Dicht an dicht: An den Autobahnraststätten drängen sich die Lastwagen, wie hier an der A 2 bei Garbsen. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Das Problem plagt Lastwagenfahrer in Deutschland seit Jahren: Wenn es Nacht wird, finden sie oft an den Autobahnen keinen freien Parkplatz mehr. Häufig sind sogar die Zu- und Ausfahrstreifen zugestellt – was wiederum auch Pkw-Fahrer in gefährliche Situationen bringen kann. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will das Chaos jetzt beenden. 15 500 neue Lkw-Halteplätze sollen bis 2015 gebaut werden, mindestens 540 Millionen Euro will der Bund dafür zur Verfügung stellen.

Mit dieser Botschaft reist der Minister am Donnerstag zur Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik in Hannover. Ramsauer will auch private Investoren dafür gewinnen, Parkflächen neben den Autobahnen zu schaffen. Eine effektivere Nutzung vorhandener Plätze, dazu Informationen über noch freie Halte per Navigationsgerät, Handy oder Internet sollen ebenfalls helfen, den Mangel abzubauen. „Wir wollen das bestehende Defizit schnellstmöglich verringern“, sagte der Minister dieser Zeitung.

Die Parkplatznot ist laut ADAC eine Folge der rasanten Zunahme des Lkw-Verkehrs, strengerer Vorgaben für die Fahrer bei den Lenk- und Ruhezeiten und einer restriktiveren Praxis der Kommunen. Sie verbieten häufig das Abstellen von Lastzügen in Industriegebieten. „Die Politik hat das Problem zunächst unterschätzt“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Kugele.

Einiges sei in den vergangenen Jahren bereits erreicht worden, sagt Ramsauer. 7000 zusätzliche Plätze seien entstanden. Rund 250 Millionen Euro gab der Bund seit dem Jahr 2008 für mehr Parkflächen entlang den Autobahnen aus. Der Verkehrsminister will auch neue Wege gehen, um das Parkproblem zu lösen. Dazu zählt etwa, dass nachts Lastwagen für Personenwagen vorgesehene Flächen nutzen können. Als „Überlauffunktion“ sollen nach seinen Vorstellungen ebenso für eine bestimmte Zeitdauer Flächen abseits der Autobahnen als Ausweichplätze ausgewiesen werden. Ramsauer will dies privaten Investoren übertragen.

Vor Ort regt sich gegen erweiterte Raststätten allerdings Widerstand. In Niedersachsen gibt es gegen zwei Großanlagen an der geplanten Autobahn 39 bei Wollerstorf im Kreis Gifhorn und in der Gemeinde Bienenbüttel bei Uelzen seit Monaten Proteste.

ADAC-Mann Kugele sieht hier das eigentliche Nadelöhr. „Ausnahmsweise hakt es mal nicht am Geld.“ Eher fehle es an baureifen Vorhaben. Vorsichtig lobende Worte für Ramsauers Vorhaben kommen ebenso vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung. „Einiges ist geschehen, aber nicht genug“, meint Verbandssprecher Martin Bulheller.

Arnold Petersen