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Niedersachsen CDU und FDP fordern Sonderermittler in Hameln
Nachrichten Politik Niedersachsen CDU und FDP fordern Sonderermittler in Hameln
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15:58 22.03.2019
Auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde, in der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters, hängt vor dem versiegelte Campingwagen eine Banderole mit der Aufschrift: „Polizeiabsperrung“. Quelle: Guido Kirchner/dpa
Hannover

Im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde werden auch in Niedersachsen die Rufe nach einem Sonderermittler lauter. CDU und FDP sehen dringenden Bedarf für eine externe, unabhängige Aufklärung der schwerwiegenden Fehler im Jugendamt des Landkreises Hameln-Pyrmont.

Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung wäre eine unabhängige Instanz wegen des offensichtlichen Behördenversagens nötig, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer am Freitag in Hannover. „Da lohnt der Blick nach Nordrhein-Westfalen, das ein ähnliches Problem hat.“ In NRW handele es sich offensichtlich zu 99 Prozent um Polizeiversagen, in Niedersachsen offensichtlich zu 99 Prozent um Versagen der Jugendbehörde. NRW habe bereits einen Sonderermittler eingesetzt.

CDU: Landrat Bartels ist mit der Situation überfordert

„Wir unterstützen die Forderung der CDU nach einem Sonderermittler im Fall Lügde“, erklärte die FDP-Landtagsabgeordnete Sylvia Bruns. Nach dem bisherigen Versagen der Institutionen vor Ort und auch des Landrates Tjark Bartels sei das Vertrauen massiv beschädigt. „Das lässt sich nur mit Hilfe einer externen, unabhängigen Aufklärung wiederherstellen.“ Toepffer betonte, dass er Bartels in der derzeitigen Situation für überfordert halte. „Offensichtlich gibt es ein tiefgreifendes Misstrauen zwischen den Mitarbeitern der Landkreises und dem Landrat.“

Das Sozialministerium sieht derzeit allerdings keinen Bedarf für einen Sonderermittler. „Ermittler gibt ja es bei der Staatsanwaltschaft“, sagte Ministeriumssprecher Uwe Hildebrandt. Auch das Ministerium und der Landkreis hätten umfangreiche Vorschläge gemacht, wie mit der Situation umgegangen werde. „Von daher sehe ich da für einen Sonderermittler jetzt erstmal keine Notwendigkeit.“ In Lügde wurden nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler seit 2008 mindestens 35 Kinder missbraucht.

Von Marco Seng

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