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Niedersachsen Ministerium: Neonazi-Anwalt Rieger will wohl Geld statt Hotel
Nachrichten Politik Niedersachsen Ministerium: Neonazi-Anwalt Rieger will wohl Geld statt Hotel
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17:53 22.07.2009
Neonazis hatten sich am Wochenende unter Hinweis auf den von Rieger  abgeschlossenen Pachtvertrag Zutritt zu dem Hotel in Faßberg verschafft.
Neonazis hatten sich am Wochenende unter Hinweis auf den von Rieger abgeschlossenen Pachtvertrag Zutritt zu dem Hotel in Faßberg verschafft. Quelle: Jochen Lübke/lni
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Es sei „naheliegend, dass es Absprachen gibt“ mit dem Verkäufer des leerstehenden Hauses im Landkreis Celle, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Hannover. Wegen der schwierigen Rechtslage sei „mit keiner schnellen Entscheidung“ der Justiz über den Strafantrag des Zwangsverwalters zu rechnen, der das Hotel von der Polizei räumen lassen möchte.

Neonazis hatten sich am Wochenende unter Hinweis auf den von Rieger abgeschlossenen Pachtvertrag Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Die Gemeinde Faßberg will das Hotel zwangsversteigern, nachdem der alte Besitzer ein Angebot eines von der Kommune gewonnenen Investors über 750.000 Euro ausgeschlagen hat. Der Anwalt hatte für das Hotel 1,3 Millionen Euro geboten, was aus Sicht des Faßberger Bürgermeisters Hans-Werner Schlitte „völlig überteuert“ war.

Für Schlagzeilen hatte Rieger vor knapp drei Jahren mit einem ähnlichen Projekt in Delmenhorst gesorgt. Auch dort wollte er ein Hotel kaufen. Die Stadt erwarb das baufällige Gebäude schließlich überteuert für drei Millionen Euro, von denen eine Million durch Spenden der Bürger zusammenkamen. Auch in Delmenhorst wurde bereits der Verdacht laut, es sei Rieger in Absprache mit dem Verkäufer lediglich darum gegangen, den Preis zu treiben und sich den Mehrerlös mit dem Verkäufer zu teilen. Dies würde letztlich bedeuten, dass die Steuerzahler indirekt die Neonazi-Szene finanzieren würden.
afp