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Niedersachsen Minister lobt Schlesier für Aussöhnung mit Polen
Nachrichten Politik Niedersachsen Minister lobt Schlesier für Aussöhnung mit Polen
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13:19 27.06.2009
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Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann Quelle: Holger Hollemann/lni
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Revanchisten und Scharfmacher seien in der Minderheit, die Mehrheit setze sich für ein friedliches Zusammenwachsen von Europa ein, sagte Schünemann am Sonnabend in Hannover. Vertreibung und Leid dürften aber nicht in Vergessenheit geraten und müssten auch der Enkelgeneration vermittelt werden. „Sie sind Teil der deutschen Identität.“ Zu dem Treffen unter dem Motto „Schlesien - Heimat und Zukunft“ werden bis zum Sonntag rund 50.000 Teilnehmer erwartet.

„Wir können Zukunft nur gestalten, wenn wir wissen, wo wir herkommen und was unsere Wurzeln sind“, sagte Schünemann. Der Einsatz der Vertriebenen für ihre schlesische Heimat und die Menschen, die dort lebten, käme der europäischen Verständigung zu gute. So hätten die Besuche der Vertriebenen in ihrer alten Heimat neue Kontakte etwa zwischen deutschen und polnischen Schulen zuwege gebracht.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, forderte zum Start des Treffens mehr Einsatz für den Erhalt des schlesischen Erbes. „Das Kulturelle des deutschen Ostens wird nicht nur vernachlässigt, sondern bewusst ausgemerzt.“ Die Mundart ginge verloren und im heutigen Polen verbliebene Kulturgüter seien noch immer nicht zurückgegeben worden.

Streit um das Schlesiertreffen gibt es regelmäßig wegen antipolnischer Töne auf der Veranstaltung und dem Vorwurf mangelnder Abgrenzung der Vertriebenenorganisation von Rechtsextremisten. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) warnte am Samstag vor pauschalen Vorurteilen und Verurteilungen, riet den Schlesiern aber zu einer Abgrenzung vor ungebetenen Freunden. Im vereinten Europa verlören die Grenzen zwischen den Nationen an Bedeutung und damit könne nationalistischer Egoismus überwunden werden. Dieser habe Flucht und Vertreibung hervorgebracht, sagte Weil.

Mit Trachten, Musik und regionaltypischen Speisen und Getränken lassen die Schlesier bei ihrem Treffen ihre verlorene Heimat wieder lebendig werden. Die allermeisten Besucher sind im Rentenalter.

lni