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Niedersachsen McAllister reist im eingeflogenen VW-Phaeton durch Indien
Nachrichten Politik Niedersachsen McAllister reist im eingeflogenen VW-Phaeton durch Indien
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07:43 04.10.2010
Von Saskia Döhner
Ministerpräsident David McAllister reiste mit Wolfsburger Kennzeichen durch Indien.
Ministerpräsident David McAllister reiste mit Wolfsburger Kennzeichen durch Indien.
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Seit Sonntagmorgen ist Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) wieder zu Hause in Bad Bederkesa. Die anderen Teilnehmer der Delegation, die ihn auf seiner sechstägigen Indienreise begleitet hatten, darunter viele Unternehmer, kamen erst im Laufe des gestrigen Tages an. Sie reisten in einer Linienmaschine, während McAllister zusammen mit Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn im Firmen-Flugzeug vorwegjettete. „Dieser Vorsprung von einem Dreivierteltag ist gut angelegte Zeit“, meinte Regierungssprecher Franz Rainer Enste gestern. Schließlich müsse sich der Ministerpräsident auf seine 100-Tage-Bilanz und die Landtagssitzung in dieser Woche vorbereiten.

McAllister flog nicht nur im Firmen-Jet von VW, er ließ sich von dem niedersächsischen Autobauer auch durch Indien chauffieren. Der gepanzerte Phaeton hatte kein indisches, sondern ein Wolfsburger Kennzeichen („WOB-VA 85“). Der Konzern hatte aus Sicherheitsgründen, wie es hieß, eigens zwei Luxuslimousinen nach Neu-Delhi fliegen lassen. Den Transport zahlte VW. Sie sind Teil einer Sponsoringvereinbarung, die das Land mit dem Autobauer geschlossen hat.

Wie Regierungssprecher Enste gestern erklärte, hatte sich VW bereit erklärt, die Transferleistungen für die Delegation zu übernehmen: „Das Sponsoring umfasst das Bereitstellen der Fahrzeuge mit Fahrer und die Übernahme der Betriebskosten im Rahmen des zu absolvierenden Programms in Indien.“ Noch sei völlig unklar, wie teuer die Fahrten gewesen seien, sagte Enste: „Das hängt von den Strecken und dem Programm ab.“ Die Gesamtkosten würden jedenfalls wie immer in der Sponsoringliste am Jahresende präzise veröffentlicht, so der Regierungssprecher.

Es hat Tradition, dass niedersächsische Regierungschefs mit einem niedersächsischen Autohersteller reisen. Schon Gerhard Schröder und Sigmar Gabriel (beide SPD) sowie McAllisters Vorgänger, der heutige Bundespräsident Christian Wulff, waren gern mit VW in der Welt unterwegs. Bei Wulffs Japanreise im Jahr 2009 hatte der Konzern sich den Transport 9542 Euro kosten lassen, eine USA-Reise im gleichen Jahr führte zu 16 890 Euro Fahrtkosten.

In der Begründung für den jüngsten Sponsoringvertrag zwischen Land und Autobauer heißt es, VW habe erhebliches Interesse daran, dass sich Niedersachsen als ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort in der Welt behauptet. Und das Land, das zu 21 Prozent an VW beteiligt ist, freut sich, wenn der Konzern in Indien gute Gewinne einfährt. Kein Wunder, dass Besichtigungen von VW-Werken seit Langem regelmäßig zum Reiseprogramm niedersächsischer Ministerpräsidenten gehören.

Die beiden eingeflogenen Phaeton sollen übrigens dauerhaft in Indien bleiben, und den Trip im Firmen-Jet werde er sich keinesfalls schenken lassen, hatte McAllister kurz vor dem Rückflug noch schnell versichert. (mit: dpa)

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