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Niedersachsen Bauernregeln: "Eskalation bringt gar nichts"
Nachrichten Politik Niedersachsen Bauernregeln: "Eskalation bringt gar nichts"
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00:16 09.02.2017
Von Michael B. Berger
Landesagrarminister Christian Meyer.
Landesagrarminister Christian Meyer. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Herr Minister Meyer, die Bauern sind erzürnt über die sogenannten Bauernregeln von Bundesumweltministerin Hendricks. Haben Sie Verständnis für den Zorn der Landwirte?

Die fühlen sich pauschal über einen Kamm geschoren. Dabei stehen die Bauern gerade in dieser Niedrigpreisphase von allen Seiten mächtig unter Druck. Da ist eine Plakatkampagne wenig hilfreich, die nicht nur von der sachlichen Problemlösung ablenkt, sondern auch vom Streit innerhalb der Bundesregierung, die seit Jahren nichts hinkriegt - von besseren Tierschutzverordnungen bis hin zu einer praktikablen Düngemittelverordnung. Die Landwirte, das sehen wir hier in Niedersachsen, sind zu Veränderungen im Sinne einer sanften Agrarwende bereit. Das ist sinnvoller, als das Geld für Plakatwerbung und Scheindebatten auszugeben.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt hat seine Kollegin aufgefordert, die Kampagne sofort einzustampfen. Schließen Sie sich dieser Forderung an?

Auch der Bundeslandwirtschaftsminister sollte daran arbeiten, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Am Freitag fordern wir im Bundesrat Schmidt parteiübergreifend auf, den niedersächsischen Tierschutzplan zu kopieren und auf Bundesebene umzusetzen. Der Streit zwischen Hendricks und Schmidt um solche Bauernregeln hilft den Landwirten überhaupt nichts.

Man hat bei den Auseinandersetzungen um die Landwirtschaft oft den Eindruck, es finde eine Art Kulturkampf statt, auch zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Diese Eskalation bringt gar nichts. Deshalb sollte man Landwirte nicht als Tierquäler brandmarken, sondern sachlich bleiben. Für die Ziele, die Hendricks anführt, sind viele Landwirte schon bereit und engagieren sich für mehr Tierschutz. Insofern kann ich verstehen, wenn sie sich in die Ecke gestellt sehen. Ich will eine Versöhnung von Umwelt- und Tierschutz mit der Landwirtschaft. Da nützt so eine Kampagne nichts.

Interview: Michael B. Berger

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Michael B. Berger 05.02.2017